Der Fall Diego M.: Darum blieb der mutmaßliche Mafia­mord bei Leipzig unaufgeklärt

Diego M. wird 2013 erschossen. Schnell führen die Spuren die Ermittler in die Drogen­szene – doch der Fall bleibt bis heute unaufgeklärt (Symbolbild).

Diego M. wird 2013 erschossen. Schnell führen die Spuren die Ermittler in die Drogen­szene – doch der Fall bleibt bis heute unaufgeklärt (Symbolbild).

Im Jahr 2013 wird der Anwalts­sohn Diego M. im Alter von 23 Jahren ermordet. Ihn treffen tödliche Schüsse am Bahnhof Leutzsch bei Leipzig. Schnell steht für die Beamten fest: Es gibt Verbindungen ins Drogen­milieu. Neun Jahre nach dem Mord ist der Fall immer noch nicht aufgeklärt. Einen Einblick in die Ermittlungen gibt Kriminaldirektor Lutz Mädler gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ). Mädler leitete eine Sonderkommission, die von Juli 2013 bis Dezember 2014 in dem Fall ermittelte.

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Nach über 300 Vernehmungen und 120 Folgeverfahren, die sich durch die Spurensuchen ergaben, tappen die Beamten immer noch im Dunkeln: „Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem die Ermittlungen, unsere Möglichkeiten zur Aufklärung des Falles gegenwärtig ausgeschöpft sind“, sagt Mädler gegenüber der Zeitung.

Eine heiße Spur bringt keinen Ermittlungserfolg

Schnell war viel über das Opfer bekannt: So habe vieles darauf hingedeutet, dass Diego M. stark in den Drogen­handel involviert war. Doch diese ersten Ermittlungs­erfolge kühlten schnell ab, als es an das Finden von Zeuginnen und Zeugen ging: „Man stößt auf Schweigen oder es werden falsche Angaben gemacht“, sagt Mädler.

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Sicher ist sich der Soko-Chef deshalb nicht bei dem Hintergrund der Tat: „Es drehte sich um das Thema Drogen, das ist aus unserer Sicht klar“, sagt er gegenüber der „LVZ“. „Worum es konkret ging, ließ sich aber nicht eindeutig feststellen. Als möglicher Konfliktpunkt für das Tötungsdelikt kam vieles infrage.“

Andere Kriminalfälle kommen ans Licht

Durch die weitreichenden Ermittlungen ergaben sich umfangreiche Folgeverfahren, etwa zu Gewalt- und Drogen­delikten und einem weiteren möglichen Mordkomplott, so die „LVZ“.

Weiter hohe Belohnung für Hinweise ausgelobt

Auch im Hinblick auf die Personen, die Diego M. zuletzt getroffen hatte, gibt es Unklarheiten: „Es konnte zeitlich nicht eingegrenzt werden, das war das Problem.“

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Das Verfahren um den Mord mag heute vorläufig abgeschlossen sein, aber Mädler weist darauf hin: „Mord verjährt nie.“ Und er betont: „Nach wie vor sind 10.000 Euro ausgelobt für Hinweise, die zur Aufklärung des Mordes führen.“ Denn sobald es neue Erkenntnisse gäbe, die zu neuen Ermittlungs­ansätzen führen, würden die Beamten die Ermittlungen wieder aufnehmen.

RND/lka

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