Ermittlungen zu Missbrauchs-Netzwerk in immer mehr Bundesländern

Auf einer PK der Kölner Polizei wurde über den Missbrauchsfall informiert.

Auf einer PK der Kölner Polizei wurde über den Missbrauchsfall informiert.

Köln. Die Ermittlungen zu dem in Nordrhein-Westfalen entdeckten Kindesmissbrauchs-Netzwerk weiten sich aus. "Es gibt deutliche Hinweise auf Straftaten in anderen Bundesländern", sagte der Kölner Staatsanwalt Ulrich Bremer am Donnerstag. Die entsprechenden Polizeistellen seien informiert worden.

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Die "Kölnische Rundschau" (Donnerstag) berichtete unter Berufung auf den Kölner Polizeipräsidenten Uwe Jacob, es gebe Hinweise auf Verdächtige auch in Schleswig-Holstein, Berlin und Baden-Württemberg. Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft wollten dies am Donnerstag bestätigen. Bislang wurden sieben Verdächtige aus NRW sowie je einer aus Hessen und Rheinland-Pfalz festgenommen.

Missbrauch der Kinder oder Stiefkinder

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte am Mittwoch von einem "riesigen Kinderporno-Netzwerk" gesprochen. In diesem Netz trieben "viele, viele Täter aus allen Ecken Deutschlands" ihr Unwesen - darunter Familienväter und Ehemänner, wie Reul berichtete.

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Die Festgenommenen sollen in den meisten Fällen ihre eigenen Kinder oder Stiefkinder sexuell missbraucht haben. Fotos und Videos dieser Taten wurden in Chat-Gruppen mit bis zu 1800 Mitgliedern geteilt.

"Allein die Vorstellung, dass 1800 Menschen in einem Chat Kinderpornos tauschen, haut einem ja die Füße weg", sagte der NRW-Minister. Leider sei aber zu befürchten, dass noch mehr zu Tage kommen werde. "Das ist nicht das Ende", prognostizierte Reul.

Im aktuellen Fall seien bis jetzt bereits 30 Terabyte Daten auszuwerten - die Datenmenge würde 7,5 Milliarden Schreibmaschinenseiten füllen. Alle Straftaten müssten beweissicher aufgeklärt werden.

RND/dpa

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