Nach dem Winterchaos in NRW droht jetzt im Norden kräftiger Schneefall

Wird es solche Bilder in dieser Woche auch im deutschen Norden geben? Starke Schneefälle erschwerten am Sonntag (24. Januar) auch den Verkehr auf der B 456 an der Saalburg im Taunus.

Wird es solche Bilder in dieser Woche auch im deutschen Norden geben? Starke Schneefälle erschwerten am Sonntag (24. Januar) auch den Verkehr auf der B 456 an der Saalburg im Taunus.

Hannover. Schneereich war der Sonntag insbesondere für Nordrhein-Westfalen. Eine 20 Zentimeter dicke weiße Decke legte sich über Teile des viertgrößten und einwohnerreichsten Bundeslands und sorgte für Chaos. Bäume kippten um, Autos rutschten in Gräben, Straßen wurden gesperrt. Kommt da mehr nach? Wird Deutschland im Januar weiß?

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„Es handelt sich derzeit um viele kleinräumige Tiefs“, erklärt Jürgen Schmidt, Diplom-Meteorologe vom Wetterkontor in Ingelheim. Am Montag (25. Januar) beträfen diese vor allem den Süden und Südwesten – Rheinland-Pfalz, Südhessen, Bayern, Baden-Württemberg und Saarland. Bis zum Abend des Montags würde im Voralpenland noch Schnee fallen. Im Norden und Nordwesten würde es dagegen höchstens einige Schneeschauer geben.

Glättegefahr - In der Nacht zu Dienstag zieht ein Tief von der Nordsee heran

In der Nacht zu Dienstag würde dann im Nordwesten – von der Nordsee her kommend – schon das nächste Tief ankommen. Während ganz nördliche Ecken wie Emsland und Ostfriesland wohl eher Regen bekämen, könnte dieses Tief Niedersachsen, Teilen Nordrhein-Westfalens und dem nördlichen Hessen durchaus Schnee bringen. „Dann ist Straßenglätte auch wieder ein Thema in Niedersachsen“, so Schmidt. Besagtes Tief würde sich danach Richtung Thüringen, Erzgebirge und Bayern weiterbewegen.

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Ob es noch ein schneereicher Winter wird, ließe sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Nach einem schneearmen und relativ milden Dezember sei der Januar bis jetzt „im Soll“. Man habe derzeit keine der extrem kalten Ostwind-Wetterlagen, sondern eine nasskalte Westwind-Wetterlage.

Am Donnerstag Schneelage in der norddeutschen Tiefebene?

Am Mittwoch werde dann das nächste kleine Tief erwartet. Während es daraufhin ab Donnerstag in der Mitte Deutschlands und im Süden deutlich milder werden soll - mit Temperaturen über zehn Grad - sei der Norden von der Erwärmung nicht betroffen. „Das kann für das norddeutsche Tiefland von Niedersachsen bis hinüber nach Berlin eine Schneelage mit etlichen Zentimetern bedeuten – was aber noch unsicher ist.“

Für Schleswig-Holstein prognostiziert Schmidt zunächst nur Schneeschauer.

Fehlende Flugwetterdaten werden (teilweise) durch Satelliten ersetzt

Ist die längerfristige Wetterprognose inzwischen wieder besser möglich? Bedingt durch die Pandemie und die damit verbundene Quasilahmlegung des weltweiten Flugverkehrs fielen die durch Flugzeuge übermittelten Wetterdaten ja im Vorjahr großenteils aus.

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„Die Flugwetterdaten fehlen immer noch weitgehend“, räumt Schmidt ein, „das wurde aber zum Teil durch Satellitenmessungen ersetzt. Man kann über Satelliten auch Wind- und Temperaturunterschiede in Höhen bestimmen.“ Das sei nicht so hundertprozentig genau wie über Flugzeuge, „aber besser, als überhaupt keine Daten zu haben“.

In Wetterlagen mit kleinen Tiefs ist nur „now casting“ möglich

In „nicht ganz so trivialen Wetterlagen“ wie der momentanen sei aber sowieso – auch wenn der Flugverkehr auf normalem Niveau liefe – nur „now casting“ möglich, also eine „Aktuellansage“ über die nächsten Stunden anhand von Radar- und Satellitenauskünften. Es sei bei den kleinen Tiefs schwer zu sagen, „wie viel Schnee da jetzt örtlich runterkommt“. Deswegen sei auch die Zugbahn des für Donnerstag im Norden angekündigten Tiefs nicht wirklich festzulegen.

Deswegen könne die Schneelast für Niedersachsen am Donnerstag ganz erheblich ausfallen – zehn bis 20 Zentimeter Schnee. Zieht das Tief indes nördlicher heran, könne es in Niedersachsen aber auch nur Regen geben und der Schnee in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern fallen. „Wir müssen abwarten“, sagt Schmidt, „es findet zurzeit quasi ein Zweikampf statt zwischen der kalten Luft, die über Skandinavien und Osteuropa liegt und der milden Luft, die von Westen herankommt“.

Auch Hochwasser könnte schnell zum Thema werden

Würde es schnell mild werden, würde ganz schnell Hochwasser wieder zum alles beherrschenden Thema. „Der Rhein ist relativ stark angestiegen“, weiß Schmidt. „Wenn da jetzt noch ein Packen draufkommt, wird es kritisch.“

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RND/big

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