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Können sich die Korallen noch erholen?

Sorgen um Great Barrier Reef – ernsthafte Korallenbleiche

Australien, Cairns: Auf diesem von der Great Barrier Reef Marine Park Authority zur Verfügung gestellten Foto schwimmen kleine Fische in den Gewässern des Ribbon Reef 10 in der Nähe von Cairns, Australien. Das Great Barrier Reef vor Australiens Nordostküste ist angesichts wärmerer Meerestemperaturen erneut einer ernsthaften Korallenbleiche ausgesetzt.

Sydney. Das Great Barrier Reef vor Australiens Nordostküste ist angesichts wärmerer Meerestemperaturen erneut einer ernsthaften Korallenbleiche ausgesetzt. Luftaufnahmen hätten eine weit verbreitete Bleiche entlang des rund 2300 Kilometer langen Naturwunders gezeigt, teilte die für das Riff zuständige Marineparkbehörde (GBRMPA) am Freitag mit. Die Auswirkungen an der Weltnaturerbe-Stätte reichten „von geringfügig bis schwerwiegend“.

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Die Temperaturen rund um das größte Korallenriff der Welt hätten in der vergangenen Woche zwischen 0,5 und 4,0 Grad über dem März-Durchschnitt gelegen, sagte Chefwissenschaftler David Wachenfeld. Das sei untypisch für diesen Monat, wenn in Australien der Herbst beginnt und es kühler wird. „Dies bedeutet, dass sich der thermische Stress im gesamten Riff weiter angehäuft hat.“ Am stärksten sei der mittlere Teil betroffen. An manchen Stellen seien Korallen auch abgestorben.

Gebleichte Korallen seien gestresst, aber noch am Leben, betonte Wachenfeld. „Wenn die Bedingungen sich verbessern, können sich gebleichte Korallen von diesem Stress erholen.“ Als Bleiche wird ein Verblassen der farbenprächtigen Steinkorallen bezeichnet: Bei zu hohen Wassertemperaturen stoßen die Nesseltiere die für die Färbung sorgenden Algen ab, mit denen sie sonst in einer Gemeinschaft zu gegenseitigem Nutzen leben.

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Der Korallenexperte Terry Hughes von der Universität James Cook sagte der Nachrichtenagentur AAP, es könne sich um eine neue Massenbleiche am Riff handeln. Es wäre die sechste insgesamt und die vierte in nur sechs Jahren nach 2016, 2017 und 2020. Dies werde erst feststehen, wenn alle Daten analysiert seien, unterstrich Wachenfeld beim Sender ABC.

Die beunruhigenden Berichte kommen nur wenige Tage vor dem Besuch einer Expertengruppe des Unseco-Welterbekomitees zur Begutachtung des Great Barrier Reefs. Dieses dehnt sich über mehr als 340 000 Quadratkilometer aus.

Die Unesco hatte 2021 gedroht, das Riff auf die Rote Liste des „gefährdeten“ Welterbes zu setzen. Auf Druck der australischen Regierung war es der Herabstufung aber gerade noch einmal entgangen. Erst 2023 soll wieder über das Naturwunder beraten werden. Premierminister Scott Morrison hat erst kürzlich ein Maßnahmen-Paket zum Schutz des Riffs vorgestellt. Über neun Jahre sollen insgesamt eine Milliarde Australische Dollar (630 Millionen Euro) in Maßnahmen zum Erhalt des Ökosystems investiert werden.

RND/dpa

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