Teils extreme Regenmengen

Weiter schwere Gewitter: Schlammlawinen strömen in Dörfer und verwüsten Freibad

Autos fahren langsam an Schlamm und Schotter auf der Autobahn in Pforzheim vorbei.

Autos fahren langsam an Schlamm und Schotter auf der Autobahn in Pforzheim vorbei.

Berlin. Nach dem gewittrigen Start ins Wochenende brachte der Samstag vor allem im Osten und Süden Deutschlands erneut Regen und Gewitter. Während sich im Westen und Nordwesten bereits ein Keil mit trockenerer und kühlerer Luft bemerkbar mache, halte sich im Rest des Landes feucht-warme Luft, hieß es am Nachmittag vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Die Wahrscheinlichkeit für extreme Regenmengen liege aber niedriger als am Vortag.

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Am Freitag und in der Nacht zum Samstag waren bundesweit etliche Keller vollgelaufen, Blitze schlugen ein, Autos gerieten auf nassen Straßen ins Rutschen.

Schlammlawine verwüstet Freibad in Gersdorf

Im sächsischen Gersdorf verwüstete eine Schlammlawine ein Freibad. Der Schlamm stehe dort einen halben Meter hoch im Becken und werde langsam fest, sagte der stellvertretende Bürgermeister Steffen Kretschmar am Samstag. Auch Gärten und Straßen seien während eines Unwetters in der Nacht zum Samstag von Schlamm überspült worden. Die Feuerwehr sei den ganzen Tag im Einsatz gewesen um aufzuräumen.

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Im Sommerbad müsse nun erstmal eine Bestandsaufnahme gemacht worden. Es solle auf jeden Fall wieder hergerichtet werden, sagte Kretschmar. „Da hängen wir dran. Wir sind hier weit und breit die Einzigen, die so ein Bad noch haben“, sagte er. Der Schlamm sei von den umliegenden Feldern in den 3800-Einwohner-Ort zwischen Chemnitz und Zwickau geschwemmt worden.

Eine Schlammlawine hat das Freibad in Gersdorf verwüstet - der Schlamm steht einen halben Meter hoch im Becken.

Eine Schlammlawine hat das Freibad in Gersdorf verwüstet - der Schlamm steht einen halben Meter hoch im Becken.

Auch Gärten und Straßen seien während eines Unwetters in der Nacht zum Samstag von Schlamm, der von umliegenden Feldern geschwemmt wurde, überspült worden.

Im Landkreis Eichsfeld in Thüringen wurde das Dorf Jützenbach von einer rötlichen Schlammlawine überschwemmt. Auch hier war Erde von einem angrenzenden Feld auf die Straße gespült worden, die Ortsdurchfahrt musste gesperrt werden.

Drei Stunden Ausnahmezustand in Berlin

In Berlin war am Freitagabend für etwa drei Stunden der Ausnahmezustand Wetter ausgerufen worden, um im Ernstfall ausreichend Kräfte mobilisieren zu können. In dieser Zeit habe es knapp 80 wetterbedingte Einsätze gegeben, sagte ein Sprecher. Meist mussten demnach Keller ausgepumpt werden. Sturmschäden wie abgebrochene Äste hätten sich dagegen in Grenzen gehalten. Die Punkband Die Ärzte und Rapper Marteria sagten für den Abend geplante Konzerte ab, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender beendeten das Bürgerfest für ehrenamtlich Engagierte sicherheitshalber vorzeitig.

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Unwetter ziehen über Deutschland

Schwere Gewitter, Hagel, Regen: Am Freitag sind über Teile Deutschlands Unwetter hinweggezogen. Aus Sicherheitsgründen wurden mehrere Veranstaltungen abgesagt.

Von Gewittern und Starkregen waren am Freitag und Samstag auch Regionen etwa in Baden-Württemberg und Bayern betroffen. In Weingarten bei Karlsruhe ging nach einem Blitzeinschlag eine Lagerhalle in Flammen auf, wie die Feuerwehr mitteilte. Verletzt wurde niemand, es entstand ein Schaden in Millionenhöhe. Wegen Wassermassen und Geröll auf der Fahrbahn wurde am Freitagabend die Anschlussstelle Pforzheim-Ost der Autobahn 8 in Richtung Stuttgart gesperrt. Am Zierker See in Mecklenburg-Vorpommern zerstörte ein Blitzeinschlag ein Boot.

Zum Wochenstart soll es nach DWD-Prognose wieder ruhigeres Wetter geben. Am Montag ist es demnach in der Nordhälfte wolkig bis stark bewölkt bei Höchstwerten von 19 bis 23 Grad, in der Südhälfte länger sonnig und meist trocken bei Höchstwerten zwischen 24 und 29 Grad.

RND/dpa

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