Hitze kehrt zurück, dann Gewitter

Wetterdienst: Dieser August wird „sehr wahrscheinlich“ der wärmste aller Zeiten

Die Mittagssonne scheint auf eine Sonnenblume mit hängendem Kopf – die Ernte in Deutschland beginnt Ende August 2022, dem vermutlich heißesten August aller Zeiten.

Die Mittagssonne scheint auf eine Sonnenblume mit hängendem Kopf – die Ernte in Deutschland beginnt Ende August 2022, dem vermutlich heißesten August aller Zeiten.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) geht davon aus, dass der August 2022 in Deutschland der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wird. „Das ist sehr wahrscheinlich“, sagt DWD-Meteorologe Andreas Friedrich dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) am Dienstag. „Wir liegen mit diesem August momentan schon auf Platz eins. Durch die bevorstehende Hitze diese Woche könnte das auch so bleiben.“

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Der wärmste Sommer aller Zeiten wird der diesjährige allerdings nicht. „Das bleibt der Jahrhundertsommer 2003 mit einer Durchschnittstemperatur von 19,7 Grad“, erklärt Friedrich. Der Sommer 2022 liegt aktuell mit 18,9 Grad auf Platz vier. „Da uns in den kommenden Tagen noch einmal Hitze bevorsteht, könnte dieser Sommer noch in den Bereich von Platz zwei und drei kommen“, meint der DWD-Meteorologe. Den zweitheißesten Sommer gab es 2018 mit 19,3 Grad, den drittheißesten 2019 mit einer Durchschnittstemperatur von 19,2 Grad.

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Auch nicht der trockenste Sommer

Lange sah es danach aus, als würde der Sommer 2022 der trockenste aller Zeiten werden, doch: „Die Niederschläge der vergangenen Woche haben schon dazu geführt, dass dieser Sommer nicht mehr auf Platz eins steht. Und es werden noch weitere Niederschläge erwartet“, sagt Friedrich. Den trockensten Sommer gab es im Jahr 1911.

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Wetterexperte prognostiziert langen Sommer bis September

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Wetter: Hitze kehrt zurück - dann drohen Gewitter

Die Menschen in Deutschland müssen sich in dieser Woche zum wiederholten Male in diesem Jahr auf mehrere heiße Tage einstellen. „Vor allem am Mittwoch und Donnerstag werden Temperaturen von deutlich mehr als 30 Grad erreicht“, sagt der Meteorologe Jürgen Schmidt vom Wetterkontor am Dienstag gegenüber dem RND.

Im Westen und Südwesten Deutschlands wird es an den beiden Tagen dank des Hochdruckgebiets Piet mit bis zu 35 Grad am wärmsten. Der DWD grenzt den Hitzeschwerpunkt am Donnerstag auf Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ein. Im Osten wird es bei Temperaturen bis 29 Grad nicht ganz so warm. „Ein kleines Regenrisiko gibt es wegen des Tiefs Nicole nur ganz im Osten in Odernähe. Ansonsten bleibt es freundlich“, erklärt Schmidt.

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Schauer und Gewitter ab Freitag

Am Freitag ziehen von Westen her Tief Melissa und damit Schauer und Gewitter herein. Betroffen sein wird zunächst der Streifen von der Nordsee bis nach Baden-Württemberg. „Da wird es dann auch sehr schwül“, sagt der Wetterkontor-Meteorologe. Unwettergefahr bestehe nach jetzigem Stand nicht, aber: „Es könnten schon schwere Schauer und Gewitter dabei sein“, führt Schmidt aus.

Ähnlich prognostiziert die Wetterlage auch der DWD. „Es kann bei den Gewittern örtlich in den Unwetterbereich gehen. Das ist jetzt aber noch schwer vorherzusagen“, erklärt DWD-Meteorologe Friedrich. Er warnt vor möglichen starken Gewittern mit Starkregen, kleinkörnigem Hagel und Sturmböen am Freitag in der Osthälfte. Während im Westen die Temperaturen allmählich abkühlen, kann es im Osten am Freitag noch einmal um die 30 Grad geben.

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Am Wochenende wird es insgesamt wechselhafter. Die Gewitterschwerpunkte liegen am Samstag und Sonntag auf einer Linie von der Eifel bis Mecklenburg-Vorpommern sowie im Osten und Süden Deutschlands. „Die Temperaturen werden wieder angenehmer. Wir erwarten sommerliche 24 bis 29 Grad, heiß wird es wohl nicht mehr“, prognostiziert Schmidt gegenüber dem RND.

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Wochenstart mit lokalem Gewitterpotenzial

Auch zum Wochenstart bleibt das Gewitterpotenzial erhalten, sagt Friedrich. „Am Montag und Dienstag kann es lokal Gewitter und Starkregen geben. Es bleibt schwül-warm, aber nicht mehr so heiß wie in der Vorwoche“, sagt der DWD-Experte.

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Meteorologe: Langer Sommer ist bis September möglich

Deutschland könnte 2022 noch ein langer Sommer bevorstehen. Dieser könnte bis weit in den September hinein andauern, meint der Bonner Klima- und Wetter-Experte Karsten Brandt. „Ich glaube, dass wir gute Chancen haben, in den September hinein – mit ganz kurzen Phasen, die zwischendurch mal ein paar Schauer bringen – wieder Hochdrucklagen zu bekommen.“ Der Meteorologe hält es sogar für möglich, dass insgesamt 800 Sonnenstunden in Deutschland erreicht werden. „Freuen wir uns noch auf ein paar schöne Tage.“

Der Nachteil: Dürre und Trockenheit. Brandt bezeichnet es als einen „Steppensommer, ein wunderschöner, sonniger, leider dürrer Sommer“. Wegen der anhaltenden Dürre könnte man daher auch von einem „Wetterereignis“ sprechen, das dem Klimawandel geschuldet sei, so der Klimaexperte. „Wir haben seit mehreren Jahren ja das Problem, dass wir steigende Temperaturen haben, dadurch mehr Verdunstung, schwankende Niederschlagsmenge.“ Die Trockenheit und die daraus resultierende Dürre seien nicht das Problem eines einzigen Jahres, sondern die Folge eines längeren Zeitraums.

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Mit Material der dpa

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