Rettung des Atomabkommens von 2015

Atomgespräche in Teheran fortgesetzt: Streit über iranische Streitkräfte

ARCHIV - 21.08.2010, Iran, Buschehr: Zwei weibliche Sicherheitsbeamte stehen vor dem Atomkraftwerk Buschehr und beobachten Medienvertreter. Am Sonntag haben die EU und der Iran die Gespräche zur Wiederherstellung des Atomabkommens fortgesetzt. Schwerpunkt der Verhandlungen sei der Status der iranischen Revolutionsgarden gewesen. Die wird von den USA als Terrororganisation eingestuft - zum Unmut der Iraner.

Teheran. Die EU und der Iran haben am Sonntag in Teheran die Gespräche zur Rettung des Wiener Atomabkommens von 2015 fortgesetzt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna ging es bei den Treffen von EU-Chefverhandler Enrique Mora mit Irans Außenminister Hussein Amirabdollahian sowie Chefunterhändler Ali Bagheri um die noch verbliebenen Differenzen zwischen dem Iran und den USA. Einzelheiten wurden zunächst bekanntgegeben. Im Fokus stand jedoch laut Beobachtern erneut der Status der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), die in den USA auf der Liste von Terrororganisationen stehen. Der Iran fordert von den USA die IRGC von dieser Liste zu nehmen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Dieses Thema ist unsere rote Linie, die (von den USA und dem Westen) vor einer Einigung unbedingt berücksichtigt und respektiert werden muss“, hatte Außenminister Amirabdollahian vor dem Treffen mit Mora gesagt. Die IRGC seien die „legitime Streitkraft“ des Landes. Für den Iran sei es daher inakzeptabel, sie als Terrororganisation abstempeln zu lassen. Dies wäre nach Amirabdollahians Worten de facto eine Nichtanerkennung des politischen Systems im Iran.

Die USA haben diese iranische Forderung bislang abgelehnt. Für Washington sind die IRGC Milizen, die mit der Unterstützung radikalislamischer und anti-israelischer Gruppen - wie etwa die Hisbollah in Südlibanon - für Unruhe im Nahen Osten sorgen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Ein Fahrplan zur Wiederherstellung des Atomabkommens war in langwierigen Gesprächen in Wien ausgearbeitet worden und liegt fast fertig auf dem Tisch. Demnach würden die USA dem Pakt wieder beitreten und Sanktionen gegen den Iran aufheben. Teheran würde im Gegenzug sein Atomprogramm wieder stark einschränken, um die Entwicklung von Nuklearwaffen zu unterbinden. Seit zwei Wochen warten die verbliebenen Vertragspartner - China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland – auf eine finale politische Entscheidung aus Washington und Teheran.

RND/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.