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Bildungsbericht

Wo es in Kitas, Schulen und Unis hakt

Schülerinnen und Schüler einer Grundschule sitzen mit Abstand in ihrem Klassenraum.

Berlin. Wenig soziale Durchlässigkeit, langsame Digitalisierung – der am Donnerstag vorgestellte Bildungsbericht benennt die altbekannten Defizite des deutschen Schul- und Bildungssystems. Allerdings bedroht der Fachkräftemangel die Bewältigung dieser Probleme. Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) wünscht sich dafür ein „Out-of-the-box-Denken“.

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So müssen die Bildungseinrichtungen Anforderungen wie Inklusion und digitale Lehre künftig wohl mit weniger Personal erfüllen. Zwar arbeiten immer mehr Menschen in der Branche, dennoch muss in einigen Ländern schon lange auf zahlreiche Quereinsteigende zurückgegriffen werden. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien (CDU), wünscht sich dabei „keine Denkverbote“.

Größere Klassen dürften kein Tabu sein

Auch größere Klassen dürften kein Tabu sein, wenn gleichzeitig multiprofessionelle Teams mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern an den Schulen ausgebaut würden. Der Sprecher des Autorenteams des Berichts, Kai Maaz, schlägt hingegen vor, Lehrkräfte mithilfe digitaler Lehrmittel zu entlasten. Das Geld aus dem Digitalpakt Schule flösse dafür laut Stark-Watzinger aber immer noch zu langsam.

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„Herausforderungen durch Krisen geben auch Raum für Neues“, sagte die FDP-Politikerin zudem mit Blick auf die 140.000 zusätzlichen Schülerinnen und Schüler, die seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine in den Klassen integriert wurden.

Schülerinnen und Schüler mussten in den vergangenen Monaten viel zu Hause am Tablet lernen. Die Alternative zum Präsenzunterricht hat auch positive Aspekte.

„Die Bildungspläne sind einfach zu überladen“: Wie und warum Netzlehrer Blume die Schule revolutionieren will

Er unterrichtet an seinem Gymnasium, doch sein Lieblings­lehrer­zimmer ist im Netz zu finden: Bob Blume ist seit Jahren als „Netzlehrer“ digital aktiv. Nun fordert er in seinem Buch „10 Dinge, die ich an der Schule hasse, und wie wir sie ändern können“ eine Bildungs­revolution. Was er sich genau darunter vorstellt, erklärt Blume im Interview.

Neben dem absehbaren Personalmangel gilt es laut Bildungsbericht jedoch auch die Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen. Zwar kann die Studie keine konkreten Aussagen über die Leistungen von Schülerinnen und Schülern treffen, es gäbe allerdings bereits Anzeichen, dass beispielsweise Lesekompetenzen gesunken seien.

Der Bericht beinhaltet aber nicht nur schlechte Nachrichten: So ist Zahl der Menschen, die die Schule ohne Abschluss verlassen, gesunken. Auch würden Schulabschlüsse oft nachgeholt. Ob dies ein nachhaltiger Trend oder nur ein kurzzeitiger Effekt ist, ist laut Professor Maaz aber unklar.

Herkunft entscheidet weiterhin über Bildungsgrad

Defizite zeigt der diesjährige Bildungsbericht, der seit 2006 zweimal jährlich herausgegeben wird, auch wieder bei der Chancengleichheit. So haben vor allem junge, zugewanderte Menschen mit Migrationshintergrund deutlich schlechtere Aussichten auf einen Hochschulabschluss. Sie wachsen deutlich öfter in sozial oder finanziell schwächeren Verhältnissen auf. „Es kann nicht sein, dass die soziale Herkunft über den Bildungserfolg entscheidet“, betonte auch Bettina Stark-Watzinger.

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„Allen Kindern in Deutschland stehen die gleichen Chancen auf gute Bildung zu“, sagte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Es sei ein Armutszeugnis für die Gesellschaft, dass sie fast jedem zweiten Kind verwehrt blieben.

Besser sieht es hingegen bei den in Deutschland geborenen Kindern mit Migrationshintergrund aus. Hier liegen die Zahlen der Akademikerinnen und Akademiker im Durchschnitt. Volljährig Zugewanderte verfügen dazu durchschnittlich oft über einen Hochschulabschluss.

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