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Gegen fünf Mitbewerber durchgesetzt

Zukunftszentrum für Deutsche Einheit kommt nach Halle

Blick auf Halle/Saale (Archivfoto).

Blick auf Halle/Saale (Archivfoto).

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Halle. Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt soll Standort für das geplante Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation werden. Das schlägt eine Auswahlkommission vor, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagabend erfuhr. Fünf Bewerbungen waren im Rennen. Neben Halle waren das Frankfurt (Oder) in Brandenburg, Eisenach und Jena in Thüringen sowie das Duo Leipzig und Plauen in Sachsen.

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Die Vorsitzende der Auswahljury, die SPD-Bundestagsabgeordnete Katrin Budde, die aus Sachsen-Anhalt kommt, teilte am Abend offiziell mit: „Die Jury hat mehrheitlich entschieden, Halle/Saale als Standort für das ‚Zukunftszentrum Deutsche Einheit und Europäische Transformation‘ vorzuschlagen.“ Einzelheiten sollen bei einer Pressekonferenz am Mittwoch bekannt gegeben werden.

Gebäude soll bis zu 200 Millionen Euro kosten

Das Zukunftszentrum, das auf eine Idee des ehemaligen brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) zurückgeht, soll die Leistungen der deutschen Vereinigung würdigen und die Erfahrungen daraus für künftige Umbrüche und Krisen nutzbar machen. Nach einem Architekturwettbewerb soll bis 2028 ein „Gebäude mit einer herausgehobenen modernen Architektur“ für bis zu 200 Millionen Euro gebaut werden. Das Zentrum soll Begegnungs- und Forschungsstelle zugleich sein und jedes Jahr bis zu einer Million Menschen anziehen.

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Der Jury gehörten neben Budde und Platzeck unter anderen die frühere Stasi-Unterlagen-Beauftragte Marianne Birthler, der ehemalige Bundesminister Thomas de Maizière (CDU) sowie die einstige FDP-Vizechefin Cornelia Pieper an. Pieper kommt wie Budde aus Sachsen-Anhalt. Die Bundesregierung will sich nach der Standortempfehlung der Jury richten.

Haseloff: „Halle ist ein idealer Ort für dieses Zentrum“

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) teilte nach Bekanntwerden des Votums bei Twitter mit: „Halle ist ein idealer Ort für dieses Zentrum. Das wissenschaftliche und kulturelle Umfeld der Stadt genügt höchsten Ansprüchen.“ Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Die Jury hat sich für Halle entschieden. Als Landesvater bin ich enttäuscht darüber, da die Landesbewerbungen aus Jena und Eisenach starke Elemente hatten. Aber ich respektiere die Entscheidung. Außerdem wird die Metropolregion Halle-Jena-Leipzig so weiter gestärkt. Der ganze mitteldeutsche Raum hat damit eine gute Perspektive.“

Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als laufe alles auf den Standort Frankfurt (Oder) hinaus – nicht zuletzt wegen seiner Lage direkt an der deutsch-polnischen Grenze. Der dortige Oberbürgermeister René Wilke (Linke) erklärte, die Stadt sei der „wohl europäischste Ort, den die Bundesrepublik aufbieten kann“. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) lehnte den Standort jedoch ab. Denn Leipzig und Plauen waren 1989 zentrale Orte der friedlichen Revolution. Das lässt sich von Frankfurt (Oder), das als Hochburg der SED galt, nicht behaupten.

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Das Zukunftszentrum ist wegen der hohen Investitionen, den jährlichen Zuwendungen von 40 Millionen Euro und der damit verbundenen rund 200 Jobs auch wirtschaftlich interessant.

Mit dpa

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