„Über die Konsequenzen nachdenken“

Medwedew warnt Nato erneut vor Atomkrieg

Der ehemalige russische Präsident Dimitrij Medwedew am 9. Mai 2022 bei der Militärparade in Moskau zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Moskau. Der frühere russische Präsident und Putin-Vertraute Dimitrij Medwedew hat die Nato gewarnt, dass die Waffenlieferungen an die Ukraine einen Nuklearkrieg zur Folge haben könnten. Der Vizechef des russischen Sicherheitsrates warf dem Westen zudem vor, einen Stellvertreterkrieg in der Ukraine zu führen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur RIA aus Russland berichtete, behauptete Medwedew weiter, die Nato pumpe Waffen in die Ukraine und führe militärische Spezialübungen nahe der russischen Grenze aus.

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„Solche Konflikte beinhalten stets das Risiko, sich in einen Atomkrieg auszuweiten“, so der Ex-Präsident. „Deshalb sollten Sie sich und andere nicht belügen. Sie müssen nur über die möglichen Konsequenzen Ihres Handelns nachdenken.“ Er warf dem Westen Angst vor allem Russischen vor: „Und ersticken Sie nicht an Ihrem eigenen Speichel in den Anfällen der Russophobie“, so der ehemalige Präsident.

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Es ist nicht das erste Mal, dass Dimitrij Medwedew solch eine Drohung ausspricht. Im Falle eines Nato-Beitritts von Schweden und Finnland hatte er so im April die Stationierung von Atomwaffen im Baltikum angekündigt. „Dann kann es keine Gespräche mehr über ein atomwaffenfreies Baltikum geben. Das Gleichgewicht muss wieder hergestellt werden“, zitiert ihn die Nachrichtenagentur Reuters.

Debatte um Nato-Beitritt: Russland warnt Finnland mit „Vergeltungsmaßnahmen“

Auch die amtierende russische Führung sendete am Donnerstag eine deutliche Botschaft den finnischen Nachbar. Das russische Außenministerium hat am Donnerstag vor den Folgen eines Nato-Beitritts Finnlands gewarnt. Das Ministerium erklärte, dass ein finnischer Beitritt zu dem Militärbündnis „den russisch-finnischen Beziehungen sowie der Stabilität und Sicherheit in Nordeuropa ernsthaften Schaden zufügen wird“. Russland werde gezwungen sein, „Vergeltungsmaßnahmen militärisch-technischer und anderer Art zu ergreifen, um den aufkommenden Gefahren für seine nationale Sicherheit entgegenzutreten“.

Finnland: Präsident und Regierungschefin sprechen sich für Nato-Beitritt aus

Es wird damit gerechnet, dass sich Finnland in den kommenden Tagen zu einem formellen Beitrittsantrag entschließt.

Es sei zwar an Finnland, über Wege zur Gewährleistung der Sicherheit des skandinavischen Landes zu entscheiden. „Helsinki muss sich jedoch seiner Verantwortung und der Folgen eines solchen Schritts bewusst sein.“ Das Ministerium warf Finnland vor, mit dem angestrebten Beitritt gegen frühere Vereinbarungen mit Russland zu verstoßen. „Die Geschichte wird entscheiden, warum Finnland sein eigenes Territorium in ein Bollwerk der Konfrontation mit Russland verwandeln musste, während es die Unabhängigkeit über das Treffen seiner eigenen Entscheidungen verlor“, hieß es.

Zuvor hatte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärt, Finnlands Entscheidung werde für die Stabilität und Sicherheit in Europa nicht förderlich sein. Russlands Reaktion werde davon abhängen, welche konkreten Schritte das Militärbündnis unternehmen werde, um seine Infrastruktur den russischen Grenzen anzunähern.

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Der finnische Staatspräsident Sauli Niinistö und Ministerpräsidentin Sanna Marin hatten sich am Donnerstag für einen unverzüglichen Nato-Beitritt ihres Landes ausgesprochen. Ein Gesuch zum Beitritt des nordeuropäischen Landes zu der Militärallianz gilt damit als praktisch sicher. Die Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Es wird erwartet, dass sich auch Schweden in den kommenden Tagen für einen Beitritt zur Nato entscheidet.

RND/AP/ag

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