Nach Berliner Amokfahrt

Polizeigewerkschafter: „Hundertprozentigen Schutz wird es nie geben“

In Berlin-Charlottenburg steuerte gestern ein 29-Jähriger mit einem Pkw in eine Schülergruppe. Eine Lehrerin wurde tödlich verletzt, mehrere Passanten schwer. Das Auto kam in einem Schaufenster zum Stehen.

In Berlin-Charlottenburg steuerte gestern ein 29-Jähriger mit einem Pkw in eine Schülergruppe. Eine Lehrerin wurde tödlich verletzt, mehrere Passanten schwer. Das Auto kam in einem Schaufenster zum Stehen.

Berlin. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, hat sich erschüttert über die Berliner Todesfahrt gezeigt, bei der gestern eine Frau getötet und acht Menschen schwer verletzt wurden.

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Dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte Malchow: „Meine Kollegen und ich sind erschüttert über diesen tragischen Vorfall und in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen.“

Oliver Malchow, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP)

Oliver Malchow, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP)

Derartige Amokfahrten, bei denen Autos als Waffe eingesetzt werden, seien kaum zu verhindern. „Seit dem Terroranschlag am Breitscheidplatz vor sechs Jahren hat man Konzepte zum Schutz belebter Plätze vor Amokfahrten hierzulande verbessert. Dazu zählt unter anderem der verstärkte Einsatz von Pollern“, erläuterte Malchow gegenüber dem RND. „Doch auch die sind nutzlos, wenn der Täter an einer Ampel auf Grün für die Fußgänger wartet, um passierende Menschen gezielt zu töten. Einen hundertprozentigen Schutz vor solchen Attacken wird es nie geben.“

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Todesfahrt in Berlin: Bundeskanzler Scholz spricht von „Amoktat“

Der tödliche Vorfall mit einem Auto nahe der Berliner Gedächtniskirche sorgt für Entsetzen. Die grausame Amoktat mache ihn tief betroffen, schrieb Olaf Scholz.

Einsatzkräfte müssten ausreichend betreut werden

Der Polizeigewerkschafter forderte, dass die beteiligten Einsatzkräfte ausreichend betreut werden: „Für die Polizei stellt diese Art von Einsatz immer eine enorme psychische Belastung dar. Das liegt zum einen an den Bildern von Toten und Verletzten, die einen auch lange danach begleiten, aber auch an dem Wissen, dass sich solche Straftaten nicht verhindern lassen. Eine entsprechende Nachsorge für die Beamtinnen und Beamten ist darum aus unserer Sicht unerlässlich.“

Auto rast in Menschenmenge: So ist die Lage am Breitscheidplatz in Berlin

Ein schrecklicher Zwischenfall ereignete sich am Mittwoch rund um die Berliner Gedächtniskirche. Mindestens ein Mensch kam ums Leben, mehrere sind verletzt.

Der Todesfahrer – ein 29 Jahre alter, in Berlin lebender Deutsch-Armenier – wurde gefasst und in ein Krankenhaus gebracht. Am Abend gedachten zahlreiche Menschen in der Gedächtniskirche der getöteten Frau und der Verletzten.

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Der Vorfall am Berliner Ku‘damm wird von der Bundes- und Landesregierung als Amoktat eingestuft. Nach Bundeskanzler Olaf Scholz äußerte sich auch Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (beide SPD) am Donnerstagmorgen entsprechend: „Das hat sich gestern Abend verdichtet“, sagte Giffey im RBB-Inforadio. Durch die Ermittlungen der Polizei sei klar geworden, „dass es sich um die Amoktat eines psychisch schwer beeinträchtigten Menschen handelt“.

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