Prominente Unterzeichner

„Haufen pseudo-intellektuelle Verlierer“: Melnyk kritisiert Friedensappell

Andreji Melnyk, ukrainischer Botschafter in Deutschland (Archivbild).

Berlin. Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat auf Twitter heftig auf einen Friedensappell mehrerer Prominenter reagiert. Diese hatten den Westen in einem Beitrag in der Zeitung „Die Zeit“ dazu aufgefordert, den Krieg auf diplomatischem Wege zu beenden. Melnyk teilte den Artikel auf Twitter und fiel mit einer eher undiplomatischen Wortwahl auf.

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„Nicht schon wieder, what a bunch of pseudo-intellectual loosers (Engl. „Nicht schon wieder, was für ein Haufen pseudo-intellektueller Verlierer.“)“, schrieb Melnyk, gefolgt von einem Emoji, das die Hand vor das Gesicht schlägt. Weiter hieß es: „Ihr alle Varwicks, Vads, Kluges, Prechts, Yogeshwars, Zehs und Co. sollt euch endlich mit euren defätistischen ‚Ratschlägen‘ zum Teufel scheren. Tschüß.“ Dazu postete der Botschafter einen Link zu dem Appell.

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Appell für diplomatische Lösung

In dem Text, der auf dem Nachrichtenportal der „Zeit“ veröffentlicht wurde, hatten unter anderem der ehemalige General Erich Vad, der Moderator Ranga Yogeshwar, der Philosoph David Precht und die Schriftstellerin Juli Zeh den Westen aufgerufen, auf diplomatischem Wege eine Lösung für den Krieg in der Ukraine zu finden. In dem Appell heißt es: „Europa steht vor der Aufgabe, den Frieden auf dem Kontinent wiederherzustellen und ihn langfristig zu sichern. Dazu bedarf es der Entwicklung einer Strategie zur möglichst raschen Beendigung des Krieges.“

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Weiter stellen die Unterzeichner und Unterzeichenrinnen die Waffenlieferungen an die Ukraine infrage und warnen vor den weltweiten Folgen des Krieges. „Der Westen muss sich Russlands Aggression in der Ukraine und weiteren revanchistischen Ansprüchen geeint entgegenstellen. Doch ein Fortdauern des Kriegs in der Ukraine ist nicht die Lösung des Problems“, heißt es.

Für Andreij Melnyk, der wiederholt Waffenlieferungen und weitere Unterstützung für sein Land forderte, war dieser Appell offenbar zu viel des Guten. Der ukrainische Botschafter gehört bereits seit Beginn des Krieges zu einem der heftigsten Kritiker der Bundesregierung – wiederholt warf er dem Kabinett um Bundeskanzler Olaf Scholz zögerliches Handeln beim Thema Waffenlieferungen an die Ukraine vor.

Twitter-Nutzer reagierten gespalten auf die Aussage des Botschafters. Von den einen erntete der Botschafter deutliche Kritik für seine Aussage.

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„Jetzt hör mal zu“, schreibt so ein User. „Was in der Ukraine abgeht ist Kriegsverbrechen, klar! Was du hier treibst, ist übelste Denunziation! Deine Ausdrucksweise als Botschafter grenzt an Beleidigung allen gegenüber die auch nur ansatzweise anderer, differenzierter Meinung sind!“

Unterstützung für Melnyk

Militärexperte Carlo Masala äußerte sich ebenfalls auf Twitter und unterstütze Melnyks Standpunkt: „Der nächste Versuch von Menschen, die sich bislang nicht mit internationaler Politik beschäftigt haben (mit zwei Ausnahmen), Dinge zu fordern, ohne Lösungen zu präsentieren.“

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Bereits im April hatten Prominente einen offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) verfasst. Darin wurde der SPD-Politiker aufgefordert, nicht noch mehr schwere Waffen an die Ukraine zu liefern. Damals initiierte die Feministin Alice Schwarzer den Brief, der von 28 Erstunterzeichnenden unterstützt wurde.

RND/ag/dpa

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