Ein Impfdrama mit Ansage

Eine Person wird in einem Krankenhaus gegen Covid-19 geimpft.

Eine Person wird in einem Krankenhaus gegen Covid-19 geimpft.

Berlin. Das Drama lässt sich mit wenigen Zahlen beschreiben: Sieben Milliarden Impf­dosen sind welt­weit verabreicht worden, davon ledig­lich 0,4 Prozent – das sind 28 Millionen Dosen – in den ärmeren Staaten. Dabei kann es nur immer wieder gebets­mühlen­artig wieder­holt werden, dass die Pandemie erst vorbei ist, wenn sie welt­weit über­wunden ist.

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Den G20-Staaten ist aller­dings nicht mehr zu dem Thema eingefallen, als ein Impf­ziel auszugeben, das ohne eine deut­liche Kurs­korrektur gar nicht zu erreichen ist. Konkrete Schritte? Fehl­anzeige. Dabei ist die Problem­lage klar: Die Industrie­staaten haben den Impf­stoff­markt auf Jahre hinaus praktisch leer gekauft, die ärmeren Staaten sind auf Almosen angewiesen. So kann, so darf es nicht weiter­gehen.

Auch in Deutsch­land darf es nicht weiter­gehen wie bisher. Zu lange haben die Verant­wort­lichen in Bund und Ländern geglaubt, dass mit dem Abschluss einer ersten Impf­serie die Pandemie in den Griff zu bekommen ist. Doch ein früher Blick auf die Erfahrungen in Israel hätte zeigen können, dass man die Auffrischungs­impfungen genauso konse­quent hätte vorbereiten und durch­führen müssen.

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Die Corona-Zahlen überraschen nicht

Doch bisher sind ledig­lich knapp 7 Prozent der kritischen Gruppe der über 60-Jährigen geboostert – und sogar 12 Prozent von ihnen noch gar nicht geimpft. Es ist wirklich kein Wunder, dass die Infektions­zahlen rasant steigen und die Belegung der Intensiv­stationen wieder deut­lich zunimmt.

Eine konse­quente Einführung der 3G- und bei engen Abständen der 2G-Regel, schriftliche Einladungen für Auffrischungs­impfungen zunächst an die Gruppe Ü60 und dann schritt­weise an alle Impf­fähigen, mehr Impf­angebote vor Ort und eine intensive Werbe- und Aufklärungs­kampagne sind über­fällig, damit Deutsch­land sicher durch Herbst und Winter kommt. Mit Absichts­erklärungen kann die Pandemie nicht beendet werden, weder hier­zu­lande noch welt­weit.

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