Größer war’s noch nie: So verliefen die bisherigen Wahlen zum Bundespräsidenten

931 Mitglieder der letzten Bundes­versammlung stimmten für Frank-Walter Steinmeier – und wählten ihn so 2017 zum Bundespräsidenten.

931 Mitglieder der letzten Bundes­versammlung stimmten für Frank-Walter Steinmeier – und wählten ihn so 2017 zum Bundespräsidenten.

Wenn am Sonntag die Mitglieder der Bundes­versammlung in Berlin zusammen­kommen, um den nächsten Bundespräsidenten oder die nächste -präsidentin zu wählen, wird es vor allem eines: voll. Die Bundes­versammlung am 13. Februar ist eine der Superlative. Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik kamen mehr Menschen zusammen, um über das zukünftige Staats­oberhaupt abzustimmen.

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Für 1472 Menschen muss Platz geschaffen werden – weil der Bundestag so groß ist wie nie zuvor – und das in einer Zeit, in der wegen der Pandemie noch immer Abstand geboten ist.

Vor 23 Jahren: die bisher Größte Bundesversammlung

Vor 23 Jahren sah das anders aus. Als die Bundes­versammlung am 23. Mai 1999 im Reichstag zusammenkam, um zwischen SPD-Kandidat Johannes Rau, der von der Union vorgeschlagenen parteilosen Dagmar Schipanski und der von der PDS vorgeschlagenen, aber chancenlosen Uta Ranke-Heinemann (parteilos) zu entscheiden, kamen die 1338 Mitglieder alle im Plenarsaal unter. Es war die bisher größte Bundes­versammlung – bis Sonntag jedenfalls.

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Am Ende ging Rau als Sieger hervor – auch wenn es ihm erst im zweiten Wahlgang gelang, die nötige absolute Mehrheit auf sich zu vereinen. Rau war damit der achte Bundespräsident Deutschlands, aber keineswegs der erste, den die Bundes­versammlung erst im zweiten Wahlgang zum neuen Staatsoberhaupt kürte.

Drei mussten bis zum dritten Wahlgang zittern

In den 16 bisherigen Abstimmungen kam dies dreimal vor – bei drei Bundes­versammlungen wurde die Entscheidung sogar erst im dritten Wahlgang getroffen. Dort ist nur noch eine einfache Mehrheit nötig. Gustav Heinemann (Wahl 1969), Roman Herzog (1994) und Christian Wulff (2010) konnten so noch im letzten Wahlgang das Amt erringen.

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Bis zum Ende der Siebzigerjahre machten dabei vor allem die beiden großen Volksparteien den Sieger unter sich aus. CDU/CSU und SPD stellten bis 1979 den größten Teil der Mitglieder. 1984 stellten die Grünen erstmals einen Teil der Wahlberechtigten – ihnen war ein Jahr zuvor der Einzug in den Bundestag gelungen.

Bei der Wahl nach der Wende 1994 kam die PDS hinzu, vor fünf Jahren dann die AfD. Die umstrittene Partei wird in diesem Jahr mehr als 150 Menschen zur Wahl des Bundespräsidenten entsenden.

Frauenanteil: gestiegen, aber bis 2017 weit entfernt von Parität

Als Favorit am Sonntag gilt Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier. Er ist ein Konsenskandidat, die Union hat sich nicht dazu entschlossen, einen eigenen Gegenkandidaten ins Spiel zu bringen. Damit wird es wohl auch in den kommenden fünf Jahren keine Frau als deutsches Staatsoberhaupt geben.

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Immerhin: Der Anteil der Frauen, die an der Wahl zum Bundes­präsidenten beteiligt waren, hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert.

Lag der Anteil bis 1979 bei nicht einmal 10 Prozent, waren bei der vergangenen Wahl immerhin schon 36,1 Prozent der Bundes­versammlung Frauen. Es bleibt allerdings Luft nach oben.

Anmerkung: Die Daten für das Jahr 1949 berücksichtigen nicht die aus Berlin entsandten Mitglieder, da diese in der ersten Bundes­versammlung nicht stimm­berechtigt waren.

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