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Rodewalder Rudel

Niedersachsen gibt einen Wolf zum Abschuss frei

In Niedersachsen darf mit dem GW717m ein weiterer Wolf offiziell abgeschossen werden. Symbolbild.

In Niedersachsen darf mit dem GW717m ein weiterer Wolf offiziell abgeschossen werden. Symbolbild.

Hannover. In Niedersachsen darf zum zweiten Mal ein Wolf offiziell abgeschossen werden. Umweltminister Olaf Lies hat nach HAZ-Informationen bereits vor einer Woche die Genehmigung erteilt, ein Tier aus dem so genannten Rodewalder Rudel zu töten. Lies habe wegen der zweifelsfrei dem Rüden GW717m per DNA-Feststellung nachgewiesenen Risse von ausreichend geschützten Rindern die „Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zur Entnahme des Rüden“ auf den Weg gebracht und diese abgezeichnet, hieß es aus dem Ministerium. Die Ausnahme sei zur Abwendung von Schäden in der Weidewirtschaft erforderlich.

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„Mit großer Sorgfalt abgewogen“

„Diese Entscheidung habe ich mit großer Sorgfalt abgewogen und getroffen. Eine Abwägung der Alternativen hat jedoch gezeigt, dass eine rechtzeitige Tötung des Rüden geboten ist“, sagte Lies der HAZ. „Für mich ist die größte Herausforderung beim Artenschutz für den Wolf, die Akzeptanz in der Bevölkerung auch auf dem Lande auf Dauer zu sichern.“ Das bedeute unter Umständen auch, einzelne Tiere mit problematischem Verhalten töten zu müssen, „bevor sie ihren Nachkommen beibringen, wie Rinder gerissen oder wolfsabweisende Zäune übersprungen werden“, sagte Lies.

Wolf über Wochen beobachtet

Laut Ministerium war das problematische Verhalten des Rüden seit Wochen intensiv beobachtet und dann juristisch geprüft und bewertet worden. Das Rodewalder Rudel hatten in den vergangenen Monaten im Kreis Nienburg, im Heidekreis und in der Region Hannover zahlreiche Nutztiere gerissen oder zumindest angegriffen, darunter auch Rinder und Ponys. Angaben zum Verfahren – etwa, wer den Auftrag bekommen hat, den Wolf zu erschießen – wollte das Ministerium nicht machen.

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Der Abschuss des Rodewalder Rüden wäre die zweite gezielte legale Tötung eines Wolfes in Niedersachsen. Am 27. April 2016 war der Wolf MT6, Spitzname Kurti, erschossen worden. Kurti hatte zuvor einen Hund angegriffen und wenig Scheu vor Menschen gezeigt.

Von Marco Seng

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