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Hildesheim

Viel Beifall bei der Bischofsweihe von Heiner Wilmer

Heiner Wilmer, der neue Hildesheimer Bischof, geht nach seiner Weihe und Amtseinführung durch die Menschenmenge vor dem Mariendom.

Heiner Wilmer, der neue Hildesheimer Bischof, geht nach seiner Weihe und Amtseinführung durch die Menschenmenge vor dem Mariendom.

Hildesheim. Da liegt er, ausgestreckt auf dem Boden des Hildesheimer Mariendomes vor dem Altar. Minutenlang auf dem kalten Boden, während die Gemeinde unter wuchtigem Orgelklang „Herr erlöse uns“, singt. Einer der Höhepunkte in einem mehrstündigen Gottesdienst, in dem der 57-jährige bisherige Ordensmann Pater Heiner Wilmer am Sonnabend zum neuen Bischof von Hildesheim geweiht worden ist. An dem überaus feierlichen Gottesdienst nahmen neben zahlreichen Bischöfen auch Altbundespräsident Christian Wulff und Ministerpräsident Stephan Weil teil. „Du bist Dir nicht zu schade, Dich hinzulegen“, sagte Erzbischof Stefan Heße aus Hamburg in seiner Predigt an die Adresse Wilmers, der im April von Papst Franziskus zum Nachfolger Norbert Trelles ernannt wurde. Trelle, der das Bistum zwölf Jahre leitete, war vor einem Jahr aus Altersgründen aus dem Amt ausgeschieden.

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Plötzlich Beifall im Dom

Zu dem Gottesdienst, der auf den Hildesheimer Domhof sowie in zwei benachbarte Kirchen übertragen wurde, weil die Plätze im Dom längst nicht ausreichten, waren auch zahlreiche Menschen aus dem Dorf Scharpen im Emsland gekommen. Dort ist der promovierte Theologe und Philosoph aufgewachsen, der bereits als 19-Jähriger in den Herz-Jesu-Orden eingetreten und hier nach vielen Stationen im Ausland zum Ordensgeneral gewählt wurde. Nach der langen Demutsgeste, der ein Treuegelöbnis des neuen Bischofs vorangegangen war, erhielt Wilmer die Zeichen seiner neuen bischöflichen Würde, den Bischofshut (Mitra), den Hirtenstab, Bischofsring, ein besonderes Reliquar, das schon vor mehr als eintausend Jahren im liturgischen Gebrauch im uralten Bistum Hildesheim war. Dann nahm er als Zeichen des Amtsantritts auf dem bischöflichen Stuhl, der cathedra, Platz, die nach Trelles Pensionierung ein Jahr unbesetzt geblieben war. Beifall, den die Liturgie nicht vorsieht, rauscht auf im Hildesheimer Dom.

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Heße betonte in seiner Predigt, dass die Übernahme eines Bischofsamtes keine einfache Sache sei, seitdem die katholische Kirche von Missbrauchsaffären heimgesucht sei, die auch das Bistum Hildesheim berührt hätten. Der neue Bischof hat angekündigt, gegen möglichen Misbrauch entschieden vorzugehen. "Da darf nichts vertuscht werden", hat er in einem Interview mit der HAZ betont.

Auch in seiner ersten Ansprache nach der Bischofsweihe betonte Hildesheims neuer Oberhirte, dass er sich des Missbrauchsthemas „von Anfang an mit voller Kraft“ widmen werde: „Was die Menschen brauchen ist Heilung und Hoffnung“, sagte Bischof Wilmer. Zuvor war er unter donnernden Orgelklängen und wuchtigen Trompetenklängen –wie bei der Inthronisation eines Königs – segnend durch den Dom geschritten. Und man sah dem früheren Ordensgeneral an, wie neu für ihn diese Form der Prozession noch ist. Heiter wurde es im Dom, als er in breitem Emsländer Platt schilderte, wie er mit dem Leiter des Domkapitels besprochen habe, ob es nach der Feier im Dom auf dem Domhof für die von weither angereisten Emsländer auch Bier vom Fass gebe. „Dat krie we henn“, hieß nach einigem Zögern schließlich die Antwort. Das kriegen wir hin.

Von Michael B. Berger

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