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Kommentar zur Reise des Kanzlers

Scholz darf die afrikanischen Staaten nicht enttäuschen

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, links) wird von Matamela Cyril Ramaphosa, Präsident von Südafrika, mit militärischen Ehren begrüßt.

Es spricht für Olaf Scholz, dass er so schnell nach Amtsantritt auf Afrika-Reise gegangen ist. Trotz des russischen Krieges in der Ukraine. Oder gerade deshalb. Europas Nachbar­kontinent hat einerseits enge Beziehungen zu Moskau und leidet andererseits ganz unmittelbar unter der russischen Zerstörung der Ukraine und deren Kornkammer für die Welt.

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Deshalb handelt der Kanzler weitsichtig, wenn er die Lügen des Kremlchefs über die Gründe für den Krieg im direkten Gespräch mit Präsidenten wie Macky Sall in Senegal oder Cyril Ramaphosa in Südafrika offenlegt. Beide Länder haben sich bei der UN‑Abstimmung über eine Verurteilung Moskaus enthalten. Sie fürchten, sonst hinein­gezogen zu werden in Konflikte, von denen sie selbst genug haben.

Das bitterarme Niger war mutig genug, sich der Verurteilung Russlands anzuschließen. Der Kanzlerbesuch ist eine Anerkennung für den Demokratisierungs­prozess in dem Land, das Staatschef Mohamed Bazoum beeindruckend reformieren will. Er hat Scholz bescheiden um Hilfe beim Bau von Mädchen­schulen gebeten, um ihnen Bildung zu bieten, damit sie nicht mit 14 Jahren verheiratet werden und auf Geheiß der Männer durchschnittlich acht Kinder bekommen müssen. Für Niger ist das ein riesiger Schritt, deutsche Unterstützung wäre im Einzelnen eine kleine Sache.

Die große Frage ist, ob Scholz all die Erwartungen erfüllen kann, die er mit seinem Streben nach einer Integration afrikanischer Staaten in eine multipolare Welt und seinen Solidaritäts­bekundungen weckt. Enttäuschen darf er sie nicht. Sonst winken am Ende wieder Russland oder China mit Geld – und bauen ihre Macht in Afrika weiter aus.

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