Erneut nächtlicher Beschuss

Ukraine: IAEA-Team kann nächste Woche AKW Saporischschja besuchen

Ein Stromerzeugungsblock im Kernkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine (Archivbild).

Ein Stromerzeugungsblock im Kernkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine (Archivbild).

Kiew. Ein Team der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA soll nach ukrainischen Angaben nächste Woche die Atomanlage Saporischschja besuchen. Derzeit befasse man sich mit logistischen Voraussetzungen für die Reise, teilte eine Beraterin des ukrainischen Energieministeriums, Lana Serkal, am Donnerstagabend in örtlichen Medien mit. Sie warf Russland vor, den Besuch verhindern zu wollen. Russland hat die ukrainische Atomanlage seit einiger Zeit unter seiner Kontrolle.

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„Trotz der Tatsache, dass die Russen zugestimmt haben, dass die Mission (der IAEA) durch das Territorium der Ukraine reist, schaffen sie jetzt künstlich alle Bedingungen, damit die Mission die Anlage nicht erreicht, angesichts der Situation in der Umgebung“, sagte Serkal.

Am Freitagnachmittag äußerte sich auch Moskau zum Thema. Man rechne mit einem baldigen Besuch internationaler Experten vor Ort, hieß es. „Es laufen aktive Vorbereitungen für einen Besuch“ der Expertenmission der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in dem AKW, teilte der russische Vertreter bei den internationalen Organisationen in Wien, Michail Uljanow, am Freitag mit.

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Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Freitag mit, Europas größtes Kernkraftwerk sei erneut mehrfach von ukrainischer Seite mit großkalibriger Artillerie beschossen worden. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Sorgen um das AKW

Derzeit gibt es Sorgen wegen einer möglichen weiteren Atomkatastrophe in der Ukraine, nach Tschernobyl 1986. Durch Feuerschäden an einer Stromverbindung der Anlage Saporischschja wurde diese am Donnerstag vom Stromnetz getrennt, wie die ukrainische Atombehörde Energoatom mitteilte. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj machte dafür russischen Beschuss verantwortlich. Die russische Seite gab dafür der Ukraine die Schuld.

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Die Ukraine wirft Russland vor, in der Atomanlage Waffen zu lagern und aus der Umgebung Angriffe darauf zu starten. Russland wirft den ukrainischen Truppen vor, die Anlage zu beschießen.

Nach Angaben eines ukrainischen Gouverneurs geriet die Gegend der Anlage in der Nacht zum Freitag wieder unter Beschuss. In der Stadt Nikopol, auf der anderen Flussseite von der Atomanlage, seien zehn Häuser, eine Schule und eine Klinik beschädigt worden, sagte der Gouverneur Walentyn Resnitschenko. Wegen der Beschädigung einer Stromverbindung hätten bis zu 1000 Bewohner keinen Strom gehabt. Seit dem 12. Juli hat es Berichte über fast pausenlosen russischen Beschuss von Nikopol gegeben. Dabei sollen acht Menschen getötet worden sein. Mehr als die Hälfte der etwa 100.000 Einwohner flüchtete.

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Ukraine ist auf Atomenergie angewiesen

Der Chef der IAEA, Rafael Mariano Grossi, hatte am Donnerstag das Ziel bekanntgegeben, innerhalb von Tagen ein Team zur Anlage schicken zu können. Die Verhandlungen darüber kämen voran, sagte Grossi dem Fernsehsender France-24.

Die Ukraine kann ihre Atomanlagen während des russischen Kriegs in dem Land nicht ohne Probleme abschalten. Das Land ist sehr stark auf Atomenergie angewiesen.

RND/AP

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