Auch Vize und Staatssekretär unter den Opfern

Ukrainischer Innenminister bei Hubschrauberabsturz getötet

Der ukrainische Innenminister Denys Monastyrskyj ist bei einem Hubschrauberabsturz gestorben.

Der ukrainische Innenminister Denys Monastyrskyj ist bei einem Hubschrauberabsturz gestorben.

Kiew. Bei einem Hubschrauberabsturz nahe der Hauptstadt Kiew ist nach Behördenangaben der ukrainische Innenminister Denys Monastyrskyj ums Leben gekommen. Bei dem Absturz in der Kleinstadt Browary habe es mindestens 17 Tote gegeben, teilte der Zivilschutz am Mittwochmittag mit. Unter den Toten sind auch der Vize-Innenminister Jehwhenij Jenin und ein Staatssekretär. Zwischenzeitlich war von 18 Toten die Rede gewesen.

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Die Hintergründe des Absturzes waren am Abend weiter unklar. Er habe den Geheimdienst mit der Aufklärung beauftragt, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Mittwochabend in einer Videoansprache. Er versprach Aufklärung. Monastyrskyj und der ebenfalls getötete Vize-Innenminister Jehwhenij Jenin seien keine Politiker, die „leicht ersetzt werden können“. „Es ist wirklich ein großer Verlust für den Staat.“

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Unter den Toten bei dem Absturz, der sich am Mittwochvormittag in einem Wohngebiet bei einem Kindergarten nahe der Hauptstadt Kiew ereignete, ist jüngsten Angaben zufolge auch ein Kind. Zuvor war von bis zu 18 Toten, darunter auch vier Kinder, die Rede gewesen. Die ukrainische Seite korrigierte ihre Angaben dann ohne nähere Erläuterungen nach unten.

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Ukrainischer Innenminister stirbt bei Hubschrauberabsturz

Der Helikopter stürzte laut Polizeiangaben in der Nähe eines Kindergartens in der Stadt Browary ab.

Ukrainische Luftwaffe: Untersuchung des Absturzes wird dauern

Laut dem Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, Jurij Ihnat, handelte es sich um einen Hubschrauber des Typs Airbus H225. Eine Kommission werde die Ursachen untersuchen. „Das wird nicht nur ein bis zwei Tage dauern, denn die Untersuchung einer Flugkatastrophe braucht eine gewisse Zeit“, sagte Ihnat.

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hatte 2016 gegen den H225 wegen Sicherheitsbedenken ein vorläufiges Flugverbot verhängt. Schon das Vorgänger-Modell AS332 war in mehrere Flugunfälle verwickelt.

Helikopter offenbar auf dem Weg zu einem der Frontabschnitte

Der Vizechef des Präsidentenbüros, Kyrylo Tymoschenko, teilte Journalisten in Browary mit, dass die Führungsriege des Innenministeriums auf dem Weg zu einem der Frontabschnitte gewesen sei. Nähere Angaben wollte er nicht machen.

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Aus Brüssel kamen derweil erste Kondolenzen: EU-Ratspräsident Charles Michel erklärte den Angehörigen der Opfer sein Beileid. Monastyrskyj sei ein guter Freund der EU gewesen, schrieb der 47-Jährige auf Twitter.

Scholz: „Immenser Tribut“ der Ukraine

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (beide SPD) haben sich nach dem Hubschrauberabsturz bei Kiew und dem Tod des ukrainischen Innenministers zutiefst erschüttert gezeigt. „Der Hubschrauberabsturz in #Brovary zeigt erneut den immensen Tribut, den die #Ukraine in diesem Krieg zahlt“, schrieb Scholz am Mittwoch auf Twitter zum Tod von Denys Monastyrskyj. „Unsere Gedanken sind an diesem traurigen Tag bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzten“ sowie bei Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj, der „heute seinen Innenminister verloren hat.“

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Faeser teilte mit, sie sei sehr traurig, dass ihr Amtskollege, sein Stellvertreter und weitere Menschen ums Leben gekommen seien. Es sei schrecklich, dass auch Kinder bei dem Vorfall gestorben und verletzt worden seien. „Die Kinder meines Kollegen Denys Monastyrskyj haben ihren Vater verloren.“ Sie selbst habe mit Monastyrskyj einen engen Partner verloren, mit dem sie seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine in „guten, engem Kontakt“ gestanden sei. Bei ihrem Besuch in Kiew habe sie ihm Stromgeneratoren und BKA-Technik zur Aufklärung von Kriegsverbrechen übergeben. In einem Telefongespräch mit dem ukrainischen Botschafter Oleksii Makeiev, so Faeser weiter, habe sie ihre tief empfundene Anteilnahme ausgedrückt und eine Unterstützung der Bundesregierung bei der Aufklärung der Ursachen des Hubschrauberabsturzes angeboten.

Morawiecki: „Das bestätigt nur, wie gefährlich die Situation in der Ukraine die ganze Zeit über ist“

Ebenso hat sich der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bestürzt über den Tod des ukrainischen Innenministers und zahlreicher weiterer Menschen gezeigt. „Das bestätigt nur, wie gefährlich die Situation in der Ukraine die ganze Zeit über ist“, sagte der Politiker der Agentur PAP zufolge am Mittwoch am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Zugleich betonte Morawiecki, man wisse noch nicht, ob ein Unfall oder ein Anschlag den Hubschrauberabsturz verursacht habe.

Der polnische Innenminister Mariusz Kaminski zeigte sich zutiefst bestürzt über den Tod seines ukrainischen Amtskollegen Denys Monastyrskyj und weiterer ranghoher Regierungsvertreter. „Adieu, Freunde“, schrieb der Politiker der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) beim Kurznachrichtendienst Twitter.

63 russische Soldaten bei ukrainischem Angriff getötet

Ukrainische Raketen sollen ein Gebäude zerstört haben, in dem viele russische Rekruten untergebracht waren.

CDU-Chef Merz drückt sein Mitleid aus

Auch der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz hat mit „großer Bestürzung“ auf den Hubschrauberabsturz in der Ukraine reagiert, bei dem unter anderem der ukrainische Innenminister Denys Monastyrskyj ums Leben kam. „Das ist für die Ukraine gerade in der jetzigen Situation dieses Landes eine große Tragödie“, sagte Merz am Mittwoch vor Journalisten in Berlin. „Unser tief empfundenes Beileid gehört den Familien und den Angehörigen, aber auch dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj, dem ich auch schon mein Beileid ausgedrückt habe, und dem ganzen ukrainischen Volk.“ Er sprach von einem ganz tragischen Vorfall.

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Die Ukraine kämpft seit fast elf Monaten gegen einen russischen Angriffskrieg. Immer wieder gibt es Luftalarm in dem Land wegen russischer Raketen- und Drohnenangriffe. Auch die Hauptstadt Kiew war wie andere Teile des Landes immer wieder Angriffsziel.

RND/tdi/dpa

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