27 Prozent sehen kein Einsparpotenzial

Umfrage: Mehrheit der Deutschen besorgt wegen Energiepreisen – Verbraucherschützerin fordert Solidarität beim Energiesparen

ENERGIEVERBRAUCH: Wer regelmäßig seienn Strom- oder Gasanbieter wechselt, kann viel Geld sparen. Es gibt auch Dienstleister, die den Wechseljob auf Dauer kostenlos übernehmen.

Energieverbrauch: Wer regelmäßig seinen Strom- oder Gasanbieter wechselt, kann viel Geld sparen. Es gibt auch Dienstleister, die den Wechseljob auf Dauer kostenlos übernehmen.

Deutschlands oberste Verbraucherschützerin Ramona Pop hat angesichts der großen Sorge in der Bevölkerung wegen der Energiekrise schnelle Entlastungen gefordert. Dabei bezog sie sich auf Ergebnisse einer Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentrale, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführt hat und die dem RND exklusiv vorliegt. „Es braucht Klarheit für die Verbraucherinnen und Verbraucher“, sagte die Chefin des Bundesverbandes der Verbraucherzentrale im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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„In der Öffentlichkeit schwirren viele unterschiedliche Zahlen herum, wie hoch die Gasumlage sein könnte. Bundeskanzler Olaf Scholz sprach von bis zu 300 Euro, doch offenbar könnte es noch deutlich mehr sein. Umso wichtiger ist es, nun zügig ein Hilfspaket auf den Weg zu bringen, um den Menschen etwas Sicherheit zu geben und ihnen die Angst zu nehmen, dass sie am Ende die ganze Last tragen“, betonte sie.

Jüngere und Westdeutsche machen sich weniger Sorgen

Für die vom Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführte Umfrage wurden 1001 Menschen befragt. Den Ergebnissen zufolge machen sich 76 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher Sorgen vor einer finanziellen Belastung durch die steigenden Energiepreise. Interessant dabei: Unter den jüngeren Befragten (18- bis 29-Jährigen) ist der Wert mit 68 Prozent niedriger also bei allen anderen Alterskategorien ab 30 Jahren: Dort gaben 78 Prozent der Befragten an, sich Sorgen zu machen. Im Osten (89<Prozent) zeigten sich mehr Menschen darüber besorgt als im Westen (74 Prozent).

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„Viele Menschen sind verzweifelt“, kommentierte Pop die Ergebnisse. „Sie wissen nicht, was auf sie zukommt und ob sie ihre Energierechnung am Ende noch bezahlen können.“

Ramona Pop fordert Solidarität beim Energiesparen

Die große Mehrheit der Befragten findet es richtig, dass in Deutschland weniger Energie verbraucht werden soll. Dem stimmten 85 Prozent der Befragten zu. Die meisten sehen sich dabei selbst in der Pflicht: 73 Prozent gaben an, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher in der Verantwortung seien, den Energieverbrauch zu senken. Das entlastet aber gleichzeitig nicht die Unternehmen: Dass auch sie Energie einsparen müssen, finden 72 Prozent der Befragten richtig. Den öffentlichen Sektor sehen 70 Prozent der Befragten in der Verantwortung.

Leitet den Bundesverband der Verbraucherzentralen: Ramona Pop.

Leitet den Bundesverband der Verbraucherzentralen: Ramona Pop.

Ramona Pop forderte Solidarität beim Thema Energiesparen. „Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, mahnte sie. „Wir dürfen nicht mit dem Finger aufeinander zeigen. Das haben die Verbraucher auch verstanden.“

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27 Prozent sehen kein Potenzial, um Energie zu sparen

Doch wo kann die Energie eigentlich gespart werden? Zwar sehen 72 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher in ihrem Haushalt noch Einsparpotenzial, allerdings geben 39 Prozent der Befragten an, dass es gering sei. 29 Prozent sehen mittleres, lediglich 4 Prozent hingegen großes Potenzial.

Bei mehr als einem Viertel der Befragten ist allerdings nichts mehr zu machen: 27 Prozent gaben an, dass sie in ihrem Haushalt gar kein Potenzial sehen, noch Energie zu sparen. Wenig überraschend kam diese Antwort eher von den Menschen, die wenig im Geldbeutel haben: 42 Prozent derer, die monatlich weniger als 1500 Euro netto zur Verfügung haben, sahen kein Einsparpotenzial. Zum Vergleich: Bei den Befragten mit mehr als 3000 Euro netto monatlich in der Tasche waren es nur 16 Prozent.

Koch, Autor, Herausgeber und Verleger von kulinarischer Literatur: Vincent Klink.

Starkoch Vincent Klink: „Man kann günstig und zugleich gesund essen“

Mit dem Kochen sei das wie mit der Kunst, meint der 73‑Jährige: Erst einmal muss man sich eine Basis schaffen. Und das muss beim Kochen gar nicht viel kosten. Es kommt auf hochwertige Zutaten an, sagt der Koch und Autor – und erklärt auch, wie man ein gutes Restaurant erkennen kann.

Vor allem könnte beim Strom gespart werden, finden die Umfrageteilnehmer. Fast zwei Drittel können sich vorstellen, dort den Verbrauch zu senken. 41 Prozent gaben an, beim Warmwasser noch einsparen zu können; beim Duschen, Wäschewaschen oder beim Abwasch von Geschirr. Beim Heizen allgemein sehen 40 Prozent noch Einsparpotenzial. Ein knappes Drittel kann sich vorstellen, beim Autofahren anzusetzen.

Mehrheit spricht sich für 29-Euro-Ticket aus

Und noch einer Frage ging die Verbraucherzentrale nach: Sie wollte wissen, wie der ÖPNV nach Ablauf des 9-Euro-Tickets im September aussehen soll. Konkret ging es um die Frage, ob ein 29-Euro-Ticket eingeführt werden solle. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) unterstützten den Vorschlag eines solchen bundesweiten monatlichen Tickets im Nahverkehr.

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Die telefonische Befragung fand vom 19. bis 21. Juli statt. Befragt wurden deutschsprachige Personen in Privathaushalten über 18 Jahre. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei maximal 3 Prozentpunkten in der Gesamtstichprobe. Durch das Auf- und Abrunden kann die Summe der einzelnen Prozentwerte von 100 Prozent abweichen.

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