„Artenaussterben nicht aus dem Blick verlieren“

Umweltministerin Lemke zum Klimagipfel: „Sind verdonnert, Lösungen zu finden“

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen) spricht bei einer Pressekonferenz beim UN-Klimagipfel COP27 im deutschen Pavillon.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen) spricht bei einer Pressekonferenz beim UN-Klimagipfel COP27 im deutschen Pavillon.

Scharm el Scheich. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hat die Weltgemeinschaft kurz vor Ende des Weltklimagipfels in Ägypten dazu aufgerufen, den Kampf gegen die Klimakrise und das Artenaussterben nicht wegen der Folgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine zu vernachlässigen. „Auch angesichts der fürchterlichen Folgen des russischen Krieges gegen die Ukraine dürfen wir die existenziellen Krisen unserer Zeit, die Klimakrise, das Artenaussterben und die Verschmutzung, nicht aus dem Blick verlieren“, sagte Lemke dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Wir sind dazu verdonnert, Lösungen zu finden, wenn wir die Welt für unsere Kinder und Enkel retten wollen.“ Dafür brauche es Gespräche wie auf der Weltklimakonferenz und gegenseitiges Verständnis. „Das ist nicht immer einfach, aber notwendig“, so die Grünen-Politikerin.

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Sie begrüße es, dass die internationale Gemeinschaft zusammenkomme, um zu klären, wie ein Pfad für das 1,5-Grad-Ziel eingehalten werden könne, sagte Lemke weiter. Laut Umweltorganisationen ist allerdings noch unsicher, ob sich die Staatengemeinschaft im für Freitag erwarteten Abschlusskommuniqué auf ein klares Bekenntnis zum Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle einigen wird.

COP soll Weg für Weltnaturkonferenz ebnen

Bei den Verhandlungen in Scharm el Scheich setzt sich Lemke dafür ein, neben dem Kampf gegen die Klimakrise auch den gegen das Artensterben aufzunehmen. „Deutschland geht hier mit gutem Beispiel voran. Die Bundesregierung wird das Budget für internationalen Klimaschutz auf 6 Milliarden Euro pro Jahr erhöhen“, sagte Lemke. „Davon sind 1,5 Milliarden Euro pro Jahr für Biodiversität vorgesehen.“ Das sei „ein sehr großer Betrag“, so die Umweltministerin.

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Lemke erhofft sich von den zusätzlichen Finanzmitteln Rückenwind für die Weltnaturkonferenz, die Mitte Dezember in Kanada stattfindet. Die Ökosysteme stünden durch die Klimakrise und das Artenaussterben massiv unter Druck, betont Lemke: Der Erhalt der ökologischen Vielfalt sei für den Klimaschutz aber unerlässlich. „Wir können ohne Naturschutz das Klima nicht retten.“

Bei der kommenden Konferenz in Montréal soll die Verabschiedung eines globalen Naturschutzrahmenwerks im Mittelpunkt stehen – das sogenannte 30x30-Abkommen der Vereinten Nationen, mit dem 30 Prozent der Land- und Ozeanfläche unter Schutz gestellt werden sollen. Lemke: „Wenn wir dieses Ziel und vor allem auch eine entsprechende Umsetzung verankern können, wäre die Konferenz in Kanada ein großer Erfolg.“

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