Kritik an aktueller humanitärer Hilfe

UN Women warnt: Krieg in Ukraine für Frauen und Minderheiten besonders verheerend

Eine junge Frau weint auf einer Demonstration in Kiew für die Errichtung eines humanitären Korridors für die Evakuierung des Azovstal-Stahlwerks in der von russischen Truppen besetzten Stadt Mariupol.

Eine junge Frau weint auf einer Demonstration in Kiew für die Errichtung eines humanitären Korridors für die Evakuierung des Azovstal-Stahlwerks in der von russischen Truppen besetzten Stadt Mariupol.

Bonn. Frauen und Minderheiten in der Ukraine sind nach einem Bericht der Hilfsorganisation Care und der UN-Frauenorganisation UN Women von den Auswirkungen des Krieges besonders betroffen. Frauen leisteten die meiste humanitäre Arbeit und kümmerten sich um ihre Angehörigen und Hilfsbedürftige, heißt es in dem am Mittwoch in Bonn veröffentlichten Bericht.

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Von formalen Entscheidungsprozessen auf Verwaltungsebene, in der humanitären Hilfe und im Friedensprozess blieben sie aber weitgehend ausgeschlossen. Mitarbeiterinnen von Hilfsorganisationen berichteten etwa, dass viele Männer in Entscheidungspositionen seien und viel über Direktiven beschlossen werde, ohne Konsultationen.

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Auch für marginalisierte Gruppen seien die Auswirkungen des Krieges verheerend, stellt der Bericht fest. Viele Befragte aus Roma-Gemeinschaften, deren Zahl in der Ukraine vor dem Krieg auf rund 400.000 Menschen geschätzt wurde, hätten angegeben, stark benachteiligt zu werden. Sie würden etwa bei Unterkünften abgelehnt, seien schlecht über Hilfsleistungen informiert und ihnen fehlten die notwendigen Papiere, um über die Grenze zu fliehen.

Die humanitäre Hilfe müsse den unterschiedlichen Bedürfnissen von Frauen und Männern sowie besonders gefährdeter Gruppen gerecht werden, erklärte Sima Bahous, Exekutivdirektorin von UN Women.

UN-Organisationen stellen Forderungskatalog

„Wir hören von den Menschen in der Ukraine, dass bestimmte Gruppen, wie Menschen mit Behinderungen, Roma und andere ethnische Minderheiten, alleinerziehende Mütter und unbegleitete Kinder, unterschiedliche Formen von Schutz und Hilfe benötigen“, ergänzte Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von Care Deutschland. „Das muss in jedem Hilfsprogramm dringend berücksichtigt werden.“

Care und UN Women fordern unter anderem einen diskriminierungsfreien Zugang zu Notunterkünften sowie Möglichkeiten einer nach Geschlechtern oder Familien getrennten Unterbringung. Die Gesundheitsversorgung von Müttern, Neugeborenen und Kindern müsse Priorität haben. Dazu gehöre auch die klinische Versorgung von Überlebenden sexueller Gewalt und die Gewährleistung des Zugangs zu Verhütungsmitteln.

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Für den Bericht wurden den Angaben zufolge zwischen dem 2. und 6. April 179 Interviews mit Menschen in 19 Regionen der Ukraine durchgeführt.

RND/epd

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