Newsletter „Klima-Check“

Was ist vom Weltklimarat noch zu erwarten?

Schlechte Aussichten

Smog liegt über der indischen Hauptstadt Neu-Delhi.

Liebe Leserinnen und Leser,

der kommende Montag ist ein wichtiges Datum für die Klimagemeinde: Dann legt der Weltklimarat – oder Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) – das dritte und letzte Kapitel seines neuen Sachstandsberichtes vor.

Der IPCC-Report erscheint nur alle sechs Jahre und soll die Politik auf den aktuellen Stand darüber bringen, wie es um das Klima steht und was technisch und politisch gegen eine weitere Erderwärmung getan werden kann. Er gilt als zentrale Grundlage für die internationale Klimaschutzpolitik – für viele Beobachter aber auch als Gradmesser dafür, wie die Entscheider in aller Welt Jahr für Jahr versagen.

China, hier eine Szene aus Peking, ist derzeit Klimasünder Nummer eins – und auch nur bedingt klimaschutzbereit.

China, hier eine Szene aus Peking, ist derzeit Klimasünder Nummer eins – und auch nur bedingt klimaschutzbereit.

Die Folgen sind längst nicht mehr zu leugnen. Als etwa in dieser Woche der Deutsche Wetterdienst (DWD) seine Jahresbilanz für 2021 vorlegte, musste er schon wieder verkünden, dass die Temperaturen im Vergleich zum vorindustriellen Durchschnitt zu warm waren – zum elften Mal in Folge. Umso mehr Aufmerksamkeit verdient das Kapitel des IPCC-Reports, das nächste Woche erscheint: Es soll konkrete Handlungsempfehlungen enthalten.

Allzu große Hoffnungen oder Ängste – je nach Standpunkt – muss allerdings niemand hegen: Die derzeitige Debatte darüber, wie man die deutsche Abhängigkeit von russischen Energieträgern verringern könnte, beweist eine tankerartige Schwerfälligkeit im Denken und Handeln. Als hätte es autofreie Sonntage in Deutschland nie gegeben, als würde es nicht in allen anderen Staaten Europas (und sogar in den USA) Tempolimits geben, werden solche so simplen wie kostengünstigen Energiesparmöglichkeiten hierzulande nur noch von Klima- und Umweltschützern gefordert – von den Regierungsparteien SPD und Grüne erstaunlicherweise längst nicht mehr, wie RND-Vizechefredakteurin Eva Quadbeck in dieser Woche kommentierte.

 

Faktencheck der Woche

Liegt das öffentliche Desinteresse an den Warnungen der Klimaforscher allein an Krieg und Pandemie? Oder wirken die Wiederholungen inzwischen ermüdend auf die Medienkonsumenten? Tatsächlich kann man angesichts der Studien, die Woche für Woche erscheinen, den Überblick verlieren. Oder wer kann noch genau sagen, was im ersten Teil des Weltklimarat-Berichtes stand, und was im zweiten? Und wie hatte die Politik reagiert?

Meine Kolleginnen Johanna Lehn und Yvonne Schmidt haben sich die ersten beiden Kapitel des neuen IPCC-Reports angesehen – sowie die Erwartungen an die Veröffentlichung am Montag. Die Details fassen sie in unserem Faktencheck der Woche zusammen:

Wer ist der Weltklimarat und was ist seine Aufgabe?

Der Weltklimarat analysiert und bewertet als Gremium der Vereinten Nationen wissenschaftliche Beiträge zum Klimawandel. Sein Ziel: alle Regierungen mit den Erkenntnissen aus der Wissenschaft versorgen, die sie für ihre Klimapolitik brauchen. Ein wichtiges Instrument dafür sind die Sachstandsberichte.

Die Experten erarbeiten sie ehrenamtlich für den Weltklimarat, bewerten Tausende von erschienenen wissenschaftlichen Beiträgen und fassen die Erkenntnisse zu Antreibern des Klimawandels, seinen Auswirkungen und möglichen Maßnahmen zur Minderung zusammen.

Der IPCC gilt als Goldstandard der Klimaforschung. Seine Sachstandsberichte werden innerhalb der Wissenschaft als glaubwürdigste und fundierteste Darstellung des Forschungsstandes zum Klimawandel betrachtet.

Was stand im ersten Kapitel des neuen Sachstandsberichtes über die „Naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels“?

Der erste Teil des aktuellen IPCC-Berichtes vom August 2021 bezieht sich auf die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels. Er besagt, dass sich der vom Menschen verursachte Klimawandel bereits auf viele Wetter- und Klimaextreme in allen Regionen der Welt auswirkt. Außerdem werde die Erde sich im Laufe des 21. Jahrhunderts um 1,5 bis zwei Grad erhitzen. Es sei denn, es erfolgen in den kommenden Jahrzehnten drastische Reduktionen der CO₂- und anderer Treibhausgasemissionen.

Griechenland, Limni: Ein Mann beobachtet, wie sich die Waldbrände dem Strand von Kochyli in der Nähe des Dorfes Limni auf der Insel Evia, etwa nördlich von Athen, Griechenland, nähern. Durch den Klimawandel werde es zu einer Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Hitzeextremen, warnt der IPCC.

Griechenland, Limni: Ein Mann beobachtet, wie sich die Waldbrände dem Strand von Kochyli in der Nähe des Dorfes Limni auf der Insel Evia, etwa nördlich von Athen, Griechenland, nähern. Durch den Klimawandel werde es zu einer Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Hitzeextremen, warnt der IPCC.

Durch den Klimawandel werde es zu einer Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Hitzeextremen, Starkniederschlägen, ökologischen Dürren, tropischer Wirbelstürme sowie zu einem Rückgang des arktischen Meereises kommen. Effekte wie der Zusammenbruch von Eisschilden oder abrupte Veränderungen der Ozeanzirkulation könnten nicht ausgeschlossen werden, obwohl sie nur mit geringer Wahrscheinlichkeit eintreten.

Wie schätzt der Weltklimarat im zweiten Kapitel die „Folgen des Klimawandels“ ein?

Schon jetzt ist knapp die Hälfte der Menschen von den Auswirkungen des Klimawandels hochgradig gefährdet, bilanzierte der IPCC im zweiten Teil seines Sachstandsberichts im Februar 2022. Die Tier- und Pflanzenwelt habe schon unumkehrbare Verluste erlitten. Darunter leide auch der Mensch: „Die Verwundbarkeit von Menschen und Ökosystemen sind voneinander abhängig“, heißt es in der Zusammenfassung.

In Europa sei vor allem der Süden von negativen Folgen des Klimawandels betroffen. Besonders Hitzewellen, Dürren, Wassermangel und Überflutungen werden als Hauptrisiken für Gesundheitsprobleme genannt. Teils wirksame Anpassungsmöglichkeiten würden spätestens ab drei Grad Erderwärmung nur noch begrenzt schützen. Auch die Anzahl der Hitzetoten würde steigen und das Gesundheitssystem an seine Grenzen stoßen.

Wie fiel die Reaktion in der Politik aus?

Die damalige Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) reagierte mit der Forderung nach einer schnellen Energiewende auf den ersten Teil des Berichts. Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg zeigte sich von den Erkenntnissen des neuen Klimaberichts nicht überrascht: „Der neue IPCC-Bericht enthält keine wirklichen Überraschungen. Er bestätigt, was wir schon aus Tausenden vorherigen Studien und Berichten wissen – dass wir uns in einem Notfall befinden“, schrieb Thunberg auf Twitter und Instagram.

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Nach Veröffentlichung des zweiten Teils äußerte sich auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres zum Versagen vieler Staaten, die CO₂-Emissionen zu reduzieren: „Dieser Verzicht auf politisches Handeln ist kriminell.“ Auch mehrere Umweltschutzorganisationen haben die Bundesregierung nach den neuesten Warnungen zum sofortigen Handeln aufgefordert.

China und Australien hatten direkt nach der Veröffentlichung des ersten Teils angekündigt, ihrer bisherigen Klimapolitik treu zu bleiben. China verursacht derzeit weltweit die meisten Treibhausgase. Bis 2030 will die Volksrepublik CO₂ reduzieren, bis 2060 CO₂-neutral sein. Gleichzeitig wird dort die Kohlekraft ausgebaut. Auch Australien hat eine der höchsten CO₂-Raten pro Kopf. Dennoch lehnt die Regierung weiterhin ab, sich auf Treibhausneutralität bis 2050 festzulegen.

Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, sagte nach der Vorstellung des zweiten IPCC-Report-Kapitels im Februar: "Dieser Verzicht auf politisches Handeln ist kriminell."

Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, sagte nach der Vorstellung des zweiten IPCC-Report-Kapitels im Februar: "Dieser Verzicht auf politisches Handeln ist kriminell."

Worum wird es im dritten Teil des Berichtes gehen?

Der dritte Teil des IPCC-Sachstandsbericht zeigt auf, mit welchen Maßnahmen sich der von Menschen gemachte Klimawandel noch begrenzen lässt. Dazu könnte die Nutzung erneuerbarer Energien wie etwa Wind- und Sonnenkraft oder Bio- oder anderen CO₂-neutralen Treibstoffen zählen. Auch ein effizienterer Energieeinsatz oder Änderungen im Mobilitäts-, Konsum- und Ernährungsverhalten könnten den CO₂-Ausstoß verringern.

Dabei soll zwischen Maßnahmen in der nahen und mittleren Zukunft einerseits sowie langfristigen Perspektiven andererseits unterschieden werden. Der Bericht wird außerdem die bisherigen Fortschritte bei der Begrenzung von Emissionen und die verfügbaren Minderungsoptionen im Kontext der Nachhaltigkeit bewerten.

 

Infografik der Woche

Wir haben den neuen „Klimastatusbericht“ des Deutschen Wetterdienstes (DWD) eingangs bereits erwähnt. Und auch die Abnutzungserscheinungen am kollektiven Erschrecken darüber, dass sich der Klimawandel Jahr für Jahr in den Messungen der Meteorologen niederschlägt.

RND-Infografiker Johannes Christ hat die DWD-Zahlen deshalb in ein eindrucksvolles Schaubild gepackt, das nicht die Durchschnittstemperaturen an sich zeigt, sondern illustriert, wie sie sich im Vergleich zum Mittel der 1960er- bis 1980er-Jahre – also nicht etwa zum vorindustriellen Zeitalter – Stück für Stück erhöhen:

Mein Kollege Thomas Degkwitz hat die Vorstellung der Zahlen durch den Wetterdienst in dieser Woche in Berlin besucht – und zusätzliche unangenehme Nachrichten mitgebracht: So steigt die Temperatur in Deutschland stärker als im weltweiten Trend – und mit ihr das Risiko extremer Wetterereignisse wie Starkregen und Dürre. Die Flutkatastrophe in Westdeutschland habe auf erschreckende Weise gezeigt, was ein Starkregen-Rekordjahr bedeutet.

 

Verbrauchertipp der Woche

Zu Hause braucht man eigentlich nur vier Produkte.

Zu Hause braucht man eigentlich nur vier Produkte.

Wenn die Tage wärmer werden und sich die Sonne durch verstaubte Fenstergläser kämpft, juckt es in den Fingern: Es ist Zeit für den Frühjahrsputz. Fast jeder dritte Mensch in Deutschland greift zu Staubsauger, Allzweckreiniger oder Möbelpolitur und plant einen Frühjahrsputz.

Aber wie wirken sich das Putzen und vor allem die Reinigungsmittel auf die Umwelt aus? Das beschäftigt immer mehr Menschen: „Die Nachfragen zum nachhaltigeren Reinigen bei uns steigen. Leute wollen Reiniger selbst machen oder suchen nach nachhaltigeren Alternativen“, erklärt Philip Heldt, Referent für Ressourcenschutz und Wasser bei der Verbraucherzentrale NRW e. V.

Wer beim Frühjahrsputz, auf Umweltschutz achten will, kann ein paar einfache Tipps beherzigen, erklärt RND-Autorin Maren Schulze:

  • Zu Hause braucht man eigentlich nur vier Produkte: einen Basisreiniger für unterschiedliche Oberflächen, einen sauren Reiniger zum Beispiel mit Zitronensäure gegen Kalk oder Urinstein, Scheuermilch für hartnäckige Verschmutzungen und ein Handspülmittel.
  • Wichtiger als das Produkt selbst sind laut Philip Heldt die Werkzeuge für die Reinigung: „Mikrofasertuch, Stahlschwamm und Bürste ergänzen die Grundausstattung an Reinigern.“
  • Es hat keinen Sinn, Waschbecken und Co. flächendeckend mit Reiniger einzusprühen. Die Produktverpackung verrät, wie viel es von dem jeweiligen Mittel braucht. So gelangen keine überflüssigen Chemikalien in die Umwelt.
  • Für Wasch- und Reinigungsmittel gibt es in Deutschland zum Beispiel das Umweltzeichen Blauer Engel. Das zeigt an, dass sich die Produkte umwelt- und gesundheitsverträglich verwenden und entsorgen lassen.
 

„Klima & wir“: der RND-Kanal auf Tiktok

Im neuesten Tiktok-Video erklärt RND-Hauptstadtkorrespondentin Alisha Mendgen, warum in Deutschland plötzlich wieder über Atomkraft geredet wird und was das mit Russlands Krieg gegen die Ukraine zu tun hat. Zudem gibt sie ihre Einschätzung ab, ob Atomkraft wieder ein Comeback erlebt.

 

Die gute Nachricht

Aquakulturen könnten Riffe retten

Es muss kein Wunschdenken sein: Wissenschaft und Innovation können helfen, die Schäden durch den Klimawandel zu begrenzen. Australische Wissenschaftler forschen zum Beispiel an hitzetoleranten Korallen. Nach neuen Erkenntnissen könnten deren millionenfache Kultivierung in Aquakulturen die durch den Klimawandel massiv gefährdeten Riffe wie das Great Barrier Reef doch noch überleben, berichtet RND-Australien-Korrespondentin Barbara Barkhausen.

 

Aktuelle Hintergründe

Lärm belastet die Gesundheit.

Lärm belastet die Gesundheit.

Noise Pollution: Wenn Lärm krank macht

Mit Umweltschutz wird häufig die Reduktion von CO₂ und von Müll verbunden. Doch nicht nur Autos, Flugzeuge und Plastiktüten verschmutzen die Umwelt. Auch Lärm birgt ein Gesundheitsrisiko, erklärt Thea Schmidt (RND+). Wie lange jemand dem Lärm ausgesetzt sein muss, bis er krank mache, sei von Mensch zu Mensch unterschiedlich, sagt Jördis Wothge, die sich als Psychologin beim Umweltbundesamt mit dem Thema Lärm beschäftigt. „Lärm ist ein belastendes Geräusch, das Stress auslöst. Jedes einzige Mal macht das etwas Negatives mit uns – und auf lange Sicht ist der Lärm gesundheitsschädlich.“

So groß wie heute war das Lärmproblem wohl nie zuvor. Die einzelnen Lärmquellen sind zwar über die Jahrzehnte leiser geworden – es gibt aber inzwischen mehr Quellen für Lärm. Kann da die zunehmende Elektrifizierung etwas bringen? Nicht unbedingt: Denn ab 30 km/h sind die Reifengeräusche ohnehin lauter als der Motor. Aber: „Wir alle können dazu beitragen, den Verkehr zu reduzieren“, sagt Wothge. „So lässt sich Klimaschutz mit Lärmschutz vereinbaren.“ Auch ein Tempolimit kann aus Sicht der Wissenschaft dazu beitragen, dass die Lärmbelastung abnimmt.

Mehr Recycling-Vorschriften: EU-Kommission will Müllberg abtragen

Smartphones, die komplett ersetzt werden müssen, weil Akkus nicht separat ausgetauscht werden können. Kleidung, die schon nach einigen Wäschen fadenscheinig ist. Wenn es nach der EU-Kommission geht, dann soll damit binnen weniger Jahre Schluss sein, berichtet unser Brüssel-Korrespondent Damir Fras. Die Brüsseler Behörde legte in dieser Woche Leitlinien zur „Kreislaufwirtschaft“ vor – um zum Klimaschutz beizutragen, den Müllberg abzutragen und die Energieabhängigkeit der EU von Russland zu verringern.

Zentrales Element der neuen Vorschläge ist ein sogenannter digitaler Produktpass. Verbraucher sollen darin ablesen können, wie die Produkte hergestellt wurden, ob sie repariert werden können und wiederverwertbar sind. Alle Details finden Sie hier.

Studie: Europas CO₂-Grenzwerte für Lkw zu lasch für EU-Klimaziele

Die aktuell geltenden CO₂-Grenzwerte der EU-Kommission für Lkw und Busse werden nicht ausreichen, um Klimaneutralität im Verkehrssektor nach dem EU-Klimaschutzgesetz bis 2050 zu erreichen. Das geht aus einer Studie der gemeinnützigen Forschungsorganisation ICCT hervor, über die RND-Hauptstadtkorrespondentin Alisha Mendgen berichtet. Die Wissenschaftler haben mithilfe von Modellen berechnet, wie sich die CO₂-Emissionen im Bereich der Lkw und Busse in Europa unter den CO₂-Zielen entwickeln werden.

Die EU-Kommission spricht von einer Reduzierung der Emissionen im gesamten Verkehrssektor um 90 Prozent. Bei den Lkw und Bussen müssten jedoch 98 Prozent eingespart werden, sagen die Forscherinnen und Forscher, um etwa den Luftverkehr auszugleichen. Mehr dazu finden Sie hier.

 

Bild der Woche

Ein Landwirt im bayrischen Feldkirchen wirbelt mit seinem Traktor beim Bearbeiten seines Feldes ordentlich Staub auf: Die Drohnenaufnahme sieht aus wie Hochsommer-Foto – stammt aber auch diesem März, der laut Meteorologen der sonnenscheinreichste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1951 war. Der Rekord gelte mit „sehr deutlichem Abstand zum bisherigen Spitzenreiter aus dem Jahre 1953“, erklärte der Deutsche Wetterdienst in dieser Woche. Der März 2022 habe sogar den vieljährigen Mittelwert für den Juli übertroffen. Schattenseite des Sommerwetters im Frühling: Auch an Niederschlägen fehlte es. 2022 fiel mit aufgerundet 20 Litern pro Quadratmeter deutlich zu wenig Niederschlag. Das waren nur 35 Prozent des Solls der Referenzperiode 1961 bis 1990 – die Bauern merkten es nicht nur am Staub auf ihren Äckern.

Ein Landwirt im bayrischen Feldkirchen wirbelt mit seinem Traktor beim Bearbeiten seines Feldes ordentlich Staub auf: Die Drohnenaufnahme sieht aus wie Hochsommer-Foto – stammt aber auch diesem März, der laut Meteorologen der sonnenscheinreichste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1951 war. Der Rekord gelte mit „sehr deutlichem Abstand zum bisherigen Spitzenreiter aus dem Jahre 1953“, erklärte der Deutsche Wetterdienst in dieser Woche. Der März 2022 habe sogar den vieljährigen Mittelwert für den Juli übertroffen. Schattenseite des Sommerwetters im Frühling: Auch an Niederschlägen fehlte es. 2022 fiel mit aufgerundet 20 Litern pro Quadratmeter deutlich zu wenig Niederschlag. Das waren nur 35 Prozent des Solls der Referenzperiode 1961 bis 1990 – die Bauern merkten es nicht nur am Staub auf ihren Äckern.

 

Termine der Woche

  • Samstag, 2.4., Datteln, 14 Uhr: Demonstration von Klimagruppen und Umweltverbänden gegen das Kohlekraftwerk Datteln. Das Motto lautet: „Keine Kohle für Putins Krieg – Datteln 4 stilllegen. Kein Raubbau in Kolumbien und Südafrika – Erneuerbare jetzt!“
  • Sonntag, 3.4., Erkelenz, 12 Uhr: „Dorfspaziergang“ von Klimaschützern und Gegnern der Braunkohleverstromung am Tagebau Garzweiler
  • Montag, 4.4., Genf (Schweiz), 11 Uhr: Der Weltklimarat IPCC präsentiert den dritten Teil seines neuen Sachstandsberichts. Im dritten und letzten Teil geht es um die politischen und technologischen Maßnahmen zur Minderung des Klimawandels.
  • Dienstag, 5.4., Berlin, 17 Uhr: Digitale Podiumsdiskussion der Stiftung Klimawirtschaft: „Wie gelingt die Transformation unserer Wirtschaft hin zur Klimaneutralität?“ Es nehmen unter anderem Bundeswirtschafts- und -klimaminister Robert Habeck (Grüne) und Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, teil.
  • Donnerstag, 7.4., Düsseldorf, 11 Uhr: Demonstration von Bauern und Übergabe eines Forderungspapiers für den Klimaschutz.
 

Wie Sie sehen, ist die Vorstellung des Schlusskapitels im neuen Weltklimaratberichts im Terminkalender eingerahmt von Demonstrationen verschiedenster Gruppen, die Druck für mehr Klimaschutz machen wollen: an diesem Wochenende gegen Kohleverstromung, im Lauf der Woche von Bauern, die sich in die Klimapolitik einmischen wollen – und für kommenden Samstag hat dann die teils umstrittene Gruppe Extinction Rebellion neue Proteste im Zentrum Londons angekündigt. Danach soll es sogar tägliche Demonstrationen in der britischen Hauptstadt geben.

Wie immer man dazu stehen mag, klar ist: Das Thema verschwindet nicht – trotz enthaltendem Krieg und dem Streit um die wegfallenden Corona-Auflagen. Im Gegenteil, es zeigt sich, dass vieles davon längst zusammen debattiert wird – die Frage des Energiesparens ist da nur ein Beispiel.

Wir halten Sie dabei auf jeden Fall weiter auf dem Laufenden.

Falls Sie Anregungen oder Kritik haben, melden Sie sich gern direkt bei unserem Redaktionsteam: klima@rnd.de Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

Nachhaltige Grüße bis nächste Woche

Steven Geyer

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