Premiere am Donnerstag

Netflix-Doku von Harry und Meghan: „Das ist ein bewusst entfachter Krieg“

Prinz Harry von Großbritannien und seine Frau Herzogin Meghan.

Prinz Harry von Großbritannien und seine Frau Herzogin Meghan.

London. „Rückblickend ist es wirklich schwer zu erklären, was damals passiert ist“, hört man Prinz Harry aus dem Off sagen. Dabei sitzt er mit einer Sonnenbrille in einem Auto. Herzogin Meghan blickt versonnen aus dem Fenster. Darauf folgen Bilder aus ihrer Zeit in Großbritannien als arbeitende Mitglieder des Königshauses, von ihrer Hochzeit 2018, von jubelnden Massen. Nach der Trauung in Windsor jedoch habe sich alles geändert, sagt der Herzog von Sussex und die Herzogin schnippt mit dem Finger, um damit den plötzlichen Bruch von heute auf morgen zu betonen.

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Es ist von einem „Krieg gegen Meghan“ die Rede. Auch der Vorwurf, Rassismus habe im Königshaus eine Rolle gespielt, kommt erneut zur Sprache. Die Szenen stammen aus dem zweiten Trailer zur sechsteiligen Netflix-Serie des Paares, welche am Donnerstag startet. Darin wollen die beiden erzählen, wie und vor allem warum es zum Bruch mit dem britischen Königshaus kam, wieder einmal.

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Die Trailer sorgten in Großbritannien diese Woche für immenses Aufsehen. Medien sprechen von einem erneuten Rachefeldzug und fürchten ein „Blutbad“, das vorige Attacken überbieten könnte. Schließlich ist es nicht das erste Mal, dass Meghan und Harry verbal gegen das Königshaus schießen. Seitdem sie im Januar 2020 der Insel den Rücken gekehrt haben, um in den USA ein Leben in „Freiheit“ zu finden, inszenierten sie sich immer wieder als „Opfer“, wie es die Boulevardzeitung „Daily Mail“ beschreibt.

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Unvergessen ist das Skandalinterview mit der US-Talkshow-Ikone Oprah Winfrey im März 2021. Damals berichtete Meghan, dass in den Kreisen der Royals die Sorge darüber geäußert worden sei, wie dunkel die Haut ihres Sohnes Archie wird. Es sendete Schockwellen durch den Palast und zerrüttete die Beziehung mit Prinz William, Prinz Harrys Vater Charles sowie Königin Elizabeth II. „Und jetzt geht alles wieder von vorn los“, titelte die Zeitung „Metro“.

„Das ist ein bewusst entfachter Krieg“

Zusätzliches Öl ins Feuer goss der Skandaltrailer auch, weil er just dann veröffentlicht wurde, als sich Prinz William und Herzogin Catherine in den USA befanden, im Rahmen einer lang geplanten offiziellen Reise. „Das ist ein bewusst entfachter Krieg“, meint Pauline MacLaran, Professorin für Marketing und Verbraucherforschung an der Royal-Holloway-Universität in London. Prinz Harry und Herzogin Meghan versuchten, sich als die menschlicheren Royals zu inszenieren – im Unterschied zum Prinzen und zu der Prinzessin von Wales, erklärte sie gegenüber dieser Zeitung.

Obwohl die Sussexes von einem „schmutzigen Spiel“ des Palastes sprechen, schreckten sie jedoch nicht davor zurück, sich selbst die Hände zu beschmutzen, wie die britische Tageszeitung „The Telegraph“ betonte. Schließlich zeigen die Trailer mehrere Szenen, die nahelegen, dass das Paar von einer Horde britischer Journalisten belagert wurde. Entstanden sind die Bilder jedoch woanders, beispielsweise bei einer Premiere eines „Harry Potter“-Filmes im Jahr 2011. Damals traten Meghan und Harry allerdings noch zusammen auf.

Die letzten Sympathiepunkte verspielt

Der Palast hat sich nicht offiziell zu der neuen Netflix-Serie geäußert. König Charles III. sei jedoch „nicht besorgt“, aber „müde“ von der anhaltenden Kritik, will die „Daily Mail“ aus den Kreisen der Royals erfahren haben. Schließlich hatte der 74-Jährige seinem jüngsten Sohn und seiner Schwiegertochter immer wieder die Hand zur Versöhnung gereicht, etwa während seiner ersten Rede als König im September dieses Jahres.

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Eine häufiger von den Medien geäußerte Hoffnung ist, dass die Sussexes mit der Veröffentlichung von Harrys Buch „Spare“ im Januar ihr Pulver endgültig verschossen haben. Bei den meisten Briten jedenfalls hat das Paar schon jetzt die letzten verbliebenen Sympathiepunkte verspielt. Viele fordern, dass ihnen ihre königlichen Titel entzogen werden.

Für die abtrünnigen Royals zählt jedoch offenbar ohnehin eher, wie ihre Geschichte auf dem US-amerikanischen Markt ankommt. Hier sitzen ihre Geschäftspartner und ihr Zielpublikum. Am Donnerstag jedenfalls werden viele Menschen diesseits und jenseits des Atlantiks gebannt vor den Fernsehschirmen sitzen, um zu erfahren, ob das Skandalpaar tatsächlich etwas Neues zu sagen hat. Der „Daily Star“ empfahl am Dienstag: „Holt schon mal das Popcorn raus.“

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