Actionstar und Putin-Freund

Schauspieler Steven Seagal besucht zerstörtes Gefängnis im Donbass

Mehrfach war Steven Seagal bereits zu Besuch in Russland: Zahlreiche Fotos zeigen ihn mit Präsident Putin (Archivbild).

Mehrfach war Steven Seagal bereits zu Besuch in Russland: Zahlreiche Fotos zeigen ihn mit Präsident Putin (Archivbild).

Zwei Wochen ist es her, dass ein Gefangenenlager in der von Russland besetzten ukrainischen Region Donbass zerstört wurde. Bei dem noch ungeklärten Angriff starben 50 Menschen, 70 weitere wurden verletzt. Nun soll der US-amerikanische Actionstar Steven Seagal die besetzte Stadt Oleniwka besuchen, an dem sich das Massaker ereignete. Dies geht zumindest aus mehreren Fotos hervor, die via Twitter in Umlauf gebracht und von dem Nachrichtensender n-tv nach eigenen Angaben verifiziert wurden.

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Angeblicher Doku-Dreh vor Ort

Die Bilder zeigen den 66-jährigen Seagal in den Trümmern der zerstörten Baracke. Ein Video dokumentiert, wie er den Platz besucht, an dem Himars-Raketen einschlugen und die 50 Menschen töteten. Auch behauptet er, getreu dem Moskauer Narrativ, dass ukrainische Raketen das Gefängnis zerstört hätten.

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Laut Angaben von Denis Puschilin, Anführer der selbsternannten Volksrepublik Donezk, will Seagal eine Dokumentation über die Ereignisse im Donbass drehen. So berichtet es die russische Nachrichtenagentur TASS. Demnach habe sich der Schauspieler auch mit Insassen des Gefängnisses unterhalten. Er wolle die Einstellung der Menschen zu diesem Krieg ändern, heißt es weiter: „Steven sagt, dass 98 Prozent derjenigen, die über den Krieg reden, noch nie hier waren. Sie wissen nicht, was wirklich los ist.“

Seagal und Putin sind gute Freunde

Tatsächlich sind die Umstände des Anschlags weiterhin ungeklärt: Moskau und Kiew geben sich gegenseitig die Schuld. Internationale Recherchen hegen jedoch Zweifel an der russischen Version, wonach eine ukrainische Rakete in das Lager eingeschlagen sei. Zum einen gibt es wohl keine Zeugen für den Anflug, zum anderen fällt der Schaden, Satellitenbildern zufolge zu gering aus. Stattdessen gehen internationale Beobachter von einem gezielt gezündeten Brand- oder Sprengstoff im Innern einer Baracke aus.

Die Freundschaft zwischen Steven Seagal und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ist hingegen schon lange kein Geheimnis: 2016 hatte Seagal von Putin die russische Staatsbürgerschaft erhalten. Zwei jahre später ernnannte das russische Außenministerium ihn zum Sonderbeauftragten für die humanitären Beziehungen mit den USA. Vergangenes Jahr trat Seagal schließlich in die Partei Gerechtes Russland ein.

RND/Teleschau

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