Invictus Games

Armin Morgenstern aus Göttingen kämpft sich zu den Invictus Games

Er hat sich zurückgekämpft: Armin Morgenstern wird bei den Invictus Games im Bogenschießen und Schwimmen antreten.

Er hat sich zurückgekämpft: Armin Morgenstern wird bei den Invictus Games im Bogenschießen und Schwimmen antreten.

Göttingen. Stärke bedeutet, immer wieder aufzustehen, egal was kommt, egal wie oft man fällt: Unter diesem Motto hat sich der 25-jährige Armin Morgenstern zurück ins Leben gekämpft – innerhalb von vier Jahren von einem lebensverändernden Motorradunfall bis hin zu den Invictus Games, einem paralympischen Sportwettbewerb, der vom britischen Prinz Harry ins Leben gerufen wurde.

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Der 4. September 2018 sollte ein schicksalsschwerer Tag für den Göttinger werden. Auf einer kurvigen Landstraße verlor er die Kontrolle über sein Motorrad und stürzte in den Straßengraben. Die Diagnose nach dem Unfall: drei gebrochene Rippen, ein gebrochenes Schlüsselbein und die Fraktur des neunten und zehnten Brustwirbels. Trotz einer fünfstündigen Notoperation konnte Armins Rückenmark nicht gerettet werden – er ist seitdem querschnittsgelähmt.

Über ein Jahr verbrachte er nach dem Crash in der Reha. Da Morgenstern vor dem Unfall eigentlich bei der Bundeswehr im Dienst war, verbrachte er die Rehabilitation in deren Einrichtungen. Dort entstand dann auch der erste Kontakt mit den Invictus Games, wie er berichtet: „Irgendwann ging es von der Sportmedizin an die Sportschule. Teil des Reha-Programms waren auch regelmäßige Sportlehrgänge, in denen wir trainierten. Eins kam zum anderen, und dank meines guten Rehaverlaufs bekam ich die Möglichkeit, bei den Invictus Games anzutreten.“

„Sport ist ein großer Teil meines Alltags“

Von Sonnabend bis zum folgenden Freitag tritt Morgenstern im niederländischen Den Haag in den Disziplinen Bogenschießen und Schwimmen an. Seit 2019 laufen die Vorbereitungen, denn ursprünglich sollte Morgenstern schon 2020 bei den Spielen antreten – Corona schob dem jedoch einen Riegel vor. Nun, zwei Jahre und fünf Infektionswellen später, ist es jedoch endlich soweit. „Sport ist ein großer Teil meines Alltags, ich schwimme sehr viel und sehr gern, daher war es kein großes Problem, sich während der Verschiebungen fit zu halten“, sagt Morgenstern im Rückblick.

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Wettkämpfe für versehrte Soldaten

Die Invictus Games sind ein 2014 erstmals ausgetragener paralympischeer Sportwettkampf für versehrte Soldaten. Über 300 Sportlerinnen und Sportler aus über zehn Nationen treten dabei in einem rund einwöchigen Wettkampf gegeneinander an. Die zehn angebotenen Disziplinen sind für den Wettkampf im Jahr 2022 Leichtathletik, Gewichtheben, Bogenschießen, Indoor-Rudern, Rollstuhlbasketball, Rollstuhlrugby, Radsport, Sitzvolleyball und Schwimmen. 2023 werden die Invictus Games in Düsseldorf ausgetragen.

Eine besondere mediale Präsenz erhält der Wettkampf oftmals durch seinen Gründer – den britischen Prinzen Harry. Er diente selbst in der Armee und war in Afghanistan im Einsatz. Gemeinsam mit seiner Frau Meghan ist Prinz Harry bei einer Europareise auch bei den Invictus Games in Den Haag anwesend. Die Invictus Games finden von Sonnabend an bis zum folgenden Freitag statt. Bei ihrer bis dato letzten Austragung, im Jahr 2018 waren die Games zu Gast im australischen Sydney.

Auch dank neun Trainingslagern ist Morgenstern bestens vorbereitet, um bei den Invictus Games 2022 gut abzuschneiden. Doch nicht nur gute Leistungen stehen bei den Spielen im Vordergrund, wie der ehemalige Bundeswehr-Soldat weiß: „Für viele sind die Invictus Games ein großer Meilenstein in der Rehabilitation, daher geht es eher weniger um die Medaillenjagd und eher um Kameradschaft und darum, Kameraden aus anderen Ländern kennenzulernen.“ Dennoch will Morgenstern natürlich das bestmögliche Ergebnis in seinen Wettkämpfen erzielen. Die Teilnahme an den Invictus Games, sagt er, sei eine „große Chance, die ich bestmöglich nutzen will“.

2023 kommen Invictus Games nach Deutschland

2023 sollen die Invictus Games dann sogar in Deutschland stattfinden. Für Morgenstern ist jetzt schon klar, dass er die „Heim-Spiele“ in Düsseldorf auf keinen Fall verpassen will. Zunächst stehen für ihn nun aber die Games in Den Haag im Fokus. Wegen einer akuten Corona-Infektion kann Morgenstern auch nicht wie geplant mit dem gesamten Team anreisen. „Dann muss ich halt nachkommen – so ist das nun mal“, sagt er und lacht.

Neben seinen sportlichen Leistungen steht für Morgenstern aber auch noch etwas anderes im Vordergrund. „Ich möchte mit meiner Teilnahme auch allen zeigen, dass egal wie groß der Schicksalsschlag auch sein mag, man nie die Motivation aufgeben darf, das zu werden, was man sein möchte“, unterstreicht der 25-Jährige. „Mit der Unterstützung meiner Familie und meiner Freunde habe ich das geschafft, und das möchte ich nun allen zeigen.“

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Von Max von Schwartz

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