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E-MOBILITÄT

Mietmodelle der Elektromobilität werden den Kfz-Markt reformieren

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Viele Autovermieter setzen verstärkt auf Elektromobilität. FOTO: PIXABAY

Bundesverband eMobilität sieht einen deutlichen Trend

Ob Kurzzeitmiete, Sharing, Langzeitmiete oder Abonnement – die Mietmodelle der Elektromobilität werden nach Ansicht des Bundesverbandes eMobilität (BEM) auf Dauer den Kfz-Markt reformieren. Das bekräftigt BEM-Präsident Kurt Sigl: „Wer sich nicht mehr um Kauf, Versicherung, Energiekosten und Reparaturen kümmern will, erlebt mit Mietmodellen der Elektromobilität eine völlig neue Service-Kategorie, welche die bisherige Fahrzeugnutzung in Frage stellen wird.“

Schon heute setzen viele Hersteller auf Leasing-Angebote. Im Jahr 2021 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts rund 36 Prozent aller privaten Pkw in Deutschland per Kredit oder Leasing finanziert. Bei Neuwagen beträgt der Finanzierungsanteil etwa 46 Prozent, bei Gebrauchtwagen circa 27 Prozent. Immer mehr Firmen entwickeln ihre Geschäftsmodelle weg vom Besitz hin zur Miete weiter: ob Hersteller, Energieanbieter oder Autovermieter – die Elektromobilität belebt den Mobilitätsmarkt. Große Autovermieter investieren in die Vermietung elektrischer Fahrzeuge. Diese können insbesondere für die schnelle Verfügbarkeit online gebucht werden, im Paket ist dann jeweils eine Ladekarte und auch die Ladekosten mit enthalten.

„Als Teil der Autovermieterbranche sind wir mehr als bereit, den Ausbau von Elektromobilität mitzugestalten. Dafür bedarf es jedoch in Sachen Anschaffung und vor allem Betrieb der Fahrzeuge einer anfänglichen, aber umfassenden Unterstützung seitens der Politik“, sagt zum Beispiel Sören Wohler, Geschäftsführer beim Autovermieter Starcar. Er verweist auf die hohen CO2-Einsparungen sowie den hohen Marketing-Effekt der eFahrzeuge auf bisherige Verbrenner-Auto-Nutzer. bem

DER BUNDESVERBAND E-MOBILITÄT

Der Bundesverband eMobilität (BEM) ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, Institutionen, Wissenschaftlern und Anwendern aus dem Bereich der Elektromobilität, die sich dafür einsetzen, die Mobilität in Deutschland auf Basis Erneuerbarer Energien auf Elektromobilität umzustellen. Zu den Aufgaben des BEM gehört die aktive Vernetzung von Wirtschaftsakteuren für die Entwicklung nachhaltiger und intermodaler Mobilitätslösungen, die Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Ausbau der eMobilität und die Durchsetzung von mehr Chancengleichheit bei der Umstellung auf emissionsarme Antriebskonzepte. Der Verband wurde 2009 gegründet. Er organisiert über 350 Mitgliedsunternehmen. In 19 Arbeitsgruppen arbeiten über 1.600 angemeldete Teilnehmer und Teilnehmerinnen zur kompletten Bandbreite der eMobilität.

Elektrische Lkw setzen sich durch

Umwelt, Anwohner und Unternehmen pro tieren

In den Städten und Ballungsgebieten sind immer mehr elektrisch angetriebene Lkw unterwegs. Mit bis zu 40 Tonnen sind die Lkw emissionsfrei und leise auf den Straßen unterwegs. Damit das möglich wird, haben Hersteller wie Volvo Trucks komplette Modellreihen entwickelt, die Lkw mit elektrischen Motoren für unterschiedliche Einsatzzwecke bereitstellen. Die Reichweite beträgt mittlerweile bis zu 300 km. Damit kann der E-Lkw einen ganzen Arbeitstag in der Stadt unterwegs sein. Nutznießer sind die Umwelt und die Anwohner, aber es gibt weitere Vorteile. Die leisen Fahrzeuge können auch nachts unterwegs sein, weil für sie andere Regeln für den Lärmschutz gelten. Der Unternehmer kann seine Fahrzeuge deutlich flexibler einsetzen, gleichzeitig wird der Stadtverkehr in der Rush Hour entlastet.

Für die Fahrer sind die leisen und hochtechnisierten elektrischen Lkw angenehmere Arbeitsplätze.

Dass aktuell vor allem das Gewerbe die Entwicklung der Elektromobilität vorantreibt, ist logisch. Denn die meisten Baustellen-, Verteiler- und Entsorgungsfahrzeuge haben feste Stellplätze, an denen sie problemlos aufladen können. Und oft reicht es aus, wenn das einmal täglich geschieht. Der Transportbranche geht es beim Ausbau der Elektromobilität aber auch um Wettbewerbsvorteile. Denn immer mehr Städte denken über die Einrichtung von Null-Emissions-Zonen nach, die für Verbrenner gesperrt sind. Wer dann elektrisch unterwegs ist, hat klare Vorteile. txn