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Gesundheit Physiotherapeuten

Knick-Platt-Füße bei Kindern

Operieren, konservativ behandeln oder einfach nur ignorieren?

Knick-Platt-Füße bei Kindern Bildunterschrift anzeigen Bildunterschrift anzeigen

Foto: Esi Grünhagen - pixabay.com

Mindestens 30 bis 40 Prozent aller Kinder haben in sehr jungen Jahren Knick-Platt-Füße. Dies liegt am Wachstum der unteren Extremitäten und ist bis zu einem Aller von rund 6 Jahren normal. Später erfolgt ein spontaner Ausgleich. Aber wann sind Knick-Platt-Füße nicht mehr „normal“?

„Es ist schwierig, die Kinder herauszufischen, bei denen eine Behandlung wirklich nötig ist“, informierte PD Dr. Renée Fuhrmann auf dem Kongress für Orthopädie und Sportmedizin. Aber bis zum 14. Lebensjahr müsse man das herausfinden, im Optimum zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr. Eine klinische Untersuchung mit speziellen Tests bringt meist schon Licht ins Dunkel. Die Kinder müssen auf Zehenspitzen gehend von hinten betrachtet werden. Dann schätzt der Facharzt ein, ob die Muskulatur in der Lage ist, die Fehlstellung auszugleichen.

Ist dies nicht der Fall, müssen die jungen Patienten zunächst in der Physiotherapie genau diese Muskeln trainieren. Als nächster Schritt eignen sich propriozeptive Einlagen. Fuhrmann: „Das sind die Einlagen mir den vielen kleinen Knubbeln. Durch eine Stimulation an den richtigen Stellen wird auch dadurch angeregt, dass sich die Muskulatur wieder richtig aufbaut.“

Bevor das Wachstum der Kinder in die Schlussphase geht (Mädchen ab etwa 10, Jungen mit 12 Jahren), die Deformität zunimmt und gegebenenfalls sehr schmerzhaft ist, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Über einen kleinen Schnitt kann ein Platzhalter (alternativ eine Schraube) am äußeren Fuß eingebracht werden, womit das Abkippen des Fußes in den Knickfuß vermieden wird.

Werden Knick-Plattfüße, nicht erkannt und behandelt, kann es irgendwann zu extremen Schmerzen und aufwändigen knöchernen Korrekturen kommen.

Fazit: Ein sehr auffälliger kindlicher Knick-Plattfuß muss beobachtet, kontrolliert, bei Bedarf behandelt und darf keineswegs ignoriert werden. gots/star