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Göttinger Berufsinformationstag 2022

Als Erwachsener auf den GöBit? – Auf jeden Fall!

Auch für die späte Berufsorientierung ist der GöBit eine gute Adresse – Infos für Menschen, die sich neu orientieren oder eine späte Karriere starten möchten

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Neue berufliche Ziele im Visier? Dann auf zum GöBit! Foto: megaflopp - stock.adobe.com

GÖTTINGEN. Der Göttinger Berufsinformationstag, kurz GöBit, ist die größte Veranstaltung zur Berufsorientierung in der Region. Vor Corona zog es Tausende von Jugendlichen, oftmals in Begleitung ihrer Eltern, zu dem Event in die Lokhalle. Aber als Erwachsene oder Erwachsener auf den GöBit?

„Auf jeden Fall!“, lautet die Antwort von Klaus Voelcker, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Göttingen. „Berufsorientierung ist schon lange ein wichtiges Thema auch für Menschen jenseits der 18. Denn nicht jeder hat nach der Schule den Zugang zu einer Ausbildung gefunden und würde den Berufsabschluss nun gerne nachholen. Und andere müssen oder wollen sich neu orientieren, weil der einst erlernte Beruf keine Perspektiven mehr bietet oder die Ausbildung einfach zu lange zurückliegt“, erklärt der Experte.

„Und für diese Zielgruppe bietet der GöBit einfach hervorragende Möglichkeiten, mit Betrieben ins Gespräch zu kommen. Denn lebenserfahrene Bewerberinnen und Bewerber werden vor dem Hintergrund der sinkenden Zahl von Auszubildenden für Betriebe immer interessanter.“

Auf die Zielgruppe der Erwachsenen mit beruflichem Orientierungsbedarf hat sich auch die Agentur für Arbeit vorbereitet. Am Stand der Berufsberatung (E0) gibt es neben dem Beratungsangebot für Jugendliche auch eines, das sich speziell an Beschäftigte und Arbeitslose richtet, die sich allgemein über Umschulungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten informieren möchten.

Und auch der Arbeitgeber-Service, Stand D8, gibt gerne Auskunft über betriebliche Umschulungsangebote. Aber auch Mütter und Väter, die nach einer Familienphase den Wiedereinstieg in das Berufsleben suchen, können sich am Stand der Berufsberatung informieren.

Die Erfahrung zeigt, dass der GöBit eine gute Möglichkeit bietet, mit Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrern ins Gespräch zu kommen. Denn insbesondere Frauen haben für die Familie ihre eigene Berufstätigkeit oftmals hinten angestellt und möchten nun, da die Kinder bald erwachsen sind, wieder einsteigen.

Nach einer längeren Familienphase gibt es meist viele Fragen, wie der Wiedereinstieg gelingen kann. Und auch darüber gibt die Agentur für Arbeit auf dem Berufsinformationstag gerne Auskunft.


„Höheres Ansehen vieler Berufe erforderlich!“

Bundesinstitut für Berufsbildung hat seinen Datenreport 2022 vorgelegt

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat seinen Datenreport 2022 veröffentlicht. Er enthält umfassende Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Bildung in Deutschland und ergänzt den Berufsbildungsbericht der Bundesregierung. Dieser ist vom Bundeskabinett verabschiedet und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) veröffentlicht worden.

Aus Anlass der Veröffentlichungen erklärt BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser: „Die berufliche Bildung steht auch in diesem nun schon dritten Corona-Jahr vor enormen Herausforderungen. Erfreulich ist, dass sich aktuell die Erholung bei der Entwicklung der Zahl der angebotenen betrieblichen Ausbildungsplätze weiter fortsetzt. Denn im April wurden der Bundesagentur für Arbeit mehr Ausbildungsstellen gemeldet als im Vorjahr. Gleichzeitig hält aber auch der Trend weiter an, dass sich immer weniger Jugendliche und junge Erwachsene um einen dualen Ausbildungsplatz bewerben und akademische Bildungswege bevorzugen. Dies lässt meine Sorge um die Sicherung des künftigen Fachkräftebedarfs in wichtigen systemrelevanten Bereichen unserer Wirtschaft größer werden.“

Die Analysen des BIBB-Datenreports zeigten, wie wichtig es sei, über die Berufe mit Dienstleistungs- und Wissenschaftsausprägung hinaus auch die Bedeutung handwerklicher und gewerblich-technischer Berufe für das Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft zu erkennen und die bildungspolitische Systemsteuerung danach auszurichten. „Wenn die Transformation gelingen soll, brauchen wir beide gleichermaßen: beruflich und akademisch Qualifizierte. Deshalb müssen wir gerade jetzt mehr für die Attraktivität der beruflichen Aus- und Weiterbildung tun. Ziel muss es sein, beide Gruppen durch alle Bildungsprozesse im Lebensverlauf gleichwertig zu fördern und damit das Ansehen dieser Berufe in der Gesellschaft, vor allem hinsichtlich ihres Bildungspotenzials und der mit ihnen verbundenen Karriereperspektiven, wieder zu steigern“, so Esser.

Nach den Zahlen und Analysen des BIBB-Datenreports hat sich im Jahr 2021 die Lage auf dem Ausbildungsmarkt nur leicht entspannt. Das Niveau von vor der Coronapandemie wurde jedoch bei Weitem nicht erreicht. So wurden nach den Ergebnissen der BIBB-Erhebung zum 30. September 2021 insgesamt 473.100 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen, 5.600 (+1,2 Prozent) mehr als im Vorjahr.