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Physio- & Ergotherapie

Schwäche in Händen oder Füßen ernst nehmen

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Ein zentraler Aspekt der Physio- und Ergotherapie bei ALS-Patienten ist das aufrechte Sitzen, denn es ist für viele Bereiche, die die Lebensqualität lange erhalten, besonders wichtig. SYMBOLFOTO: UNSPLASH

Ergotherapie und Physiotherapie für ALS-Patienten

Amoyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS genannt, ist eine Erkrankung, die schleichend und mit scheinbar harmlosen Symptomen beginnt. „Viele meiner Patienten berichten von einer anfänglichen Schwäche in den Händen oder Füßen“, beschreibt Theresa Bräuter, Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie), erste Anzeichen von ALS. Für ALS gibt es bislang keine ursächliche Behandlung, die Krankheit ist derzeit nicht heilbar. Umso wichtiger ist es, dass sich alle in die Therapie dieser Krankheit Involvierte intensiv austauschen, um ein Optimum an Lebensqualität für die Patienten zu bewirken.

Grenzen beim Training erkennen

„Wer ALS hat, muss erst einmal verstehen und verinnerlichen, dass vieles nicht mehr gilt. Beispielsweise, dass die schwindende Muskulatur sich nicht mehr aufbauen lässt“, so die Ergotherapeutin. Im Gegenteil: Wer so wie sonst trainiert, also bis zur Muskelerschöpfung, verbraucht seine Reserven. Ergotherapeuten sprechen und trainieren daher mit ihren ALS-Patienten, damit diese ihre Grenzen erkennen und mit ihren Kräften haushalten lernen.

In engem Austausch miteinander stimmen sich alle Disziplinen ab, welche Aufgaben in ihrem Bereich jeweils vorrangig sind, um den Patienten bestmöglich zu versorgen und seine aktuellen Probleme zu mindern. Und sie tauschen sich über den Verlauf der Krankheit aus, um ihre Behandlungskonzepte jeweils anzupassen. „Ein zentraler Aspekt ist, die Patienten mit ALS aufrecht zu halten. Eine Aufgabe, bei der es Überschneidungen mit der Physiotherapie gibt. Zum Wohle des Patienten übernimmt dann derjenige, der es am besten in seinen Teil der gesamten Intervention integrieren kann. Die ergotherapeutische Intervention hat zusätzlich den Nutzen, dass die entsprechenden Übungen immer an Handlungen im Alltag gekoppelt sind wie einen Becher oder das Besteck greifen und so weiter.“ Aus ihrer Erfahrung mit ALS-Patienten weiß Bräuter, wie wichtig es ist, sich sofort um die Rumpfmuskulatur zu kümmern, auch wenn sie noch nicht betroffen ist: „Lebensnotwendige Funktionen gelingen in aufrechter Haltung leichter und besser. Schon eine schwächer werdende Halswirbelmuskulatur erschwert oder verhindert vieles: Der Kopf fängt an zu hängen, was das Atmen, Schlucken oder Sprechen behindert.“ Patienten, die wegen der versagenden Zungenmuskulatur nicht mehr sprechen können, können mithilfe eines augengesteuerten Sprachcomputers gut kommunizieren. Schwindet die Kraft der Halswirbelmuskulatur, greift die Ergotherapeutin kurzerhand zum Tape und richtet damit den Kopf wieder auf, sodass die Augen auch tatsächlich den Computer und selbstverständlich auch die restliche Außenwelt erreichen.

"ALS ist eine schnell fortschreitende Erkrankung, die Zeit ist hier ein wichtiger Faktor."

Was ist dem Patienten wichtig?

Ein maßgeblicher Part der ergotherapeutischen Behandlung ist, gemeinsam mit dem an ALS Erkrankten herauszufinden: Was macht das Leben dieses Menschen aus? Theresa Bräuter berichtet von einem jungen Patienten, für den die Arbeit besonders bedeutungsvoll war. Gemeinsam haben Ergotherapeutin, Patient und Arbeitgeber eine berufliche Wiedereingliederung besprochen und herbeigeführt. Und dazu den Arbeitsplatz und das Umfeld entsprechend umgestaltet. Für viele andere ist das private und soziale Umfeld von größter Bedeutung. Ergotherapeuten beziehen dann Angehörige oder Freunde des Patienten mit in die Therapie ein. Neben der Aufklärung über die Erkrankung geben Ergotherapeuten auch oft Gedankenanstöße, erklären, wie sich der Betroffene in bestimmten Situationen fühlt und wie die Menschen in seiner Umgebung angemessen agieren und reagieren können. Denn weder Bemuttern noch im Stich lassen sind sinnvolle Verhaltensweisen im Umgang mit dem Anderen, auch wenn er ALS hat. DVE

TIPP!

Neben den Beinmuskeln stärkt Radfahren auch die Rückenmuskulatur. Besonders die kurzen, tief liegenden Muskeln, die direkt an der Wirbelsäule ansetzen und für Stabilität sorgen, werden trainiert. Voraussetzung für dieses effektive Rückenmuskeltraining ist die richtige Einstellung des Rades. Egal, welches Fahrrad, auf der Internetseite www.richtigradfahren.de gibt es zu jedem Fahrradtyp umfangreiche und leicht verständliche Tipps und Infos für die individuell perfekte Einstellung. Mit Hilfe von Texten, Grafiken und Videos sind selbst Menschen mit wenig Schrauberwissen in der Lage, ein Rad ergonomisch einzustellen. Fündig werden zudem alle, die sich ein neues Rad zulegen wollen. Die Seite beantwortet diverse Fragen, so auch, welcher Radtyp am besten zu einem passt und worauf es beim Radkauf wirklich ankommt. lifepr