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Physio-& Ergotherapie: Ganzheitliche Therapiemethoden für Körper, Geist & Seele

Ergotherapie bei Rheuma: Weniger Schmerzen im Alltag

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Sind die Gelenke morgens weniger beweglich, kann das der Beginn einer rheumatischen Erkrankung sein. Ergotherapeuten raten: bei Verdacht auf Rheuma schnell handeln. Teil ihrer Intervention ist Gelenkschutztraining ebenso wie weitere Übungen, um den Alltag Betroffener schmerzfrei zu gestalten. FOTO: PIXABAY

Pacing-Methode und Gelenkschutz-Maßnahmen

Wie schmerzhaft rheumatische Erkrankungen sind, kann sich niemand, der nicht betroffen ist, vorstellen. Ergotherapeuten, deren Part die Alltagsverbesserung bei Menschen mit Arthrose, Rheuma, Gicht & Co. ist, raten: erste Anzeichen ernst- und direkt etwas unternehmen. Denn laut Rheuma-Liga beträgt die durchschnittliche Dauer bis zur Diagnose beispielsweise bei Arthritis gut ein Jahr. Niemand sollte warten (müssen), bis der Leidensdruck unerträglich wird, Schmerzen und schwindende Kraft den Alltag deutlich beeinträchtigen oder irreparable Schäden entstehen.

Rundum schauen, individuell gestalten

Die Berufsgruppe der Ergotherapeuten ist bekannt dafür, ihre Patienten und Klienten einem 360 Grad-Blick zu unterziehen und vor allem, sie bei ihren Alltagshandlungen zu beobachten. Diese bei Ergotherapeuten aus nachvollziehbaren Gründen sehr angesehene Testmethode eignet sich ausgezeichnet, um bestimmte Gewohnheiten, die den Gelenken und dem Muskel-Skelett-System schaden, zu erfassen. Diese Erkenntnisse lassen Ergotherapeuten zusammen mit weiteren Informationen aus dem Anamnesegespräch mit der betroffenen Person in ihre jeweils individuell entwickelte Behandlungsstrategie einfließen. Das Ziel: Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung zu einem zunehmend schmerzfreien Alltag verhelfen.

Schmerzen ausbremsen

Zentrale Aspekte sind dabei: Schmerzen zu lindern und die Zeitfenster für schmerzfreie Bewegungen auszudehnen. Um Schmerzen zu lindern, bieten Ergotherapeuten eine Reihe von Möglichkeiten an. Unkompliziert und dabei ausgesprochen wirkungsvoll ist beispielsweise ein Linsenbad für die Hände. Bewegung ohne Belastung schmiert die Gelenke, sorgt für einen guten Lymphabfluss. Nebenbei entfalten die in den Hülsenfrüchten enthaltenen Öle ihre rückfettende Wirkung. Außerdem lassen sich Linsen temperieren, je nach Gusto. Allerdings: Haben die Patienten gerade einen Schub oder eine Entzündung, ist Kälte ein Muss.

Erste Anzeichen ernst- und direkt etwas unternehmen, denn laut Rheuma-Liga beträgt die durchschnittliche Dauer bis zur Diagnose beispielsweise bei Arthritis gut ein Jahr.

Schmerzt ein Gelenk oder ein Körperteil, machen Betroffene Ausweichbewegungen, kommen in Fehlhaltung, verkrampfen sich, was in Summe mit der Zeit zu deformierten Gelenken führt – ein Teufelskreis. Diesen durchbrechen Ergotherapeuten gekonnt. Dafür trainieren sie mit ihren Patienten mit einer rheumatischen Erkrankung nach der Pacing Methode, die dazu dient, die Phasen von Aktivitäten – auch wenn sie passiv stattfinden, wie beim Sitzen – konsequent zu steigern und zu beenden, bevor der Schmerz einsetzt.

Gelenkschutzberatung

Auch die Art und Weise, wie Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung Bewegungen ausführen, lässt sich verbessern. Ergotherapeuten leiten die Betroffenen an, wie sie alle wichtigen Bewegungsabläufe beim Anziehen, der Körperpflege oder bei den im Haushalt anfallenden Tätigkeiten gelenkschonend ausführen können. Und zwar so lange, bis alles in Fleisch und Blut übergegangen ist. DVE 

TIPP!

Neben viel Bewegung empfiehlt sich auch eine gesunde Ernährung, um etwa entzündlich-rheumatischen Erkrankungen entgegenzuwirken. Der Bundesverband Deutsche Rheuma-Liga e. V. gibt dazu die folgenden Tipps: Wenig rotes Fleisch, dafür aber viel Fisch und Meeresfrüchte essen, da letztere als gute Eiweißlieferanten gelten. Bei Fetten sollte lieber auf pflanzliche Öle gesetzt werden, Butter und Schmalz hingegen enthalten Arachidonsäure, die die Entzündung zusätzlich anfacht. Weiterhin kann man mit reichlich Gemüse und Obst punkten, auf Vollkornprodukte umsteigen und Nüsse naschen. Nüsse enthalten viel Linolsäure – doch aufgepasst, sie liefern auch reichlich Energie und können Übergewicht begünstigen. Während Milchprodukte besser in Maßen verzehrt werden, sind auch Eier bewusst zu genießen