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Schnelle Hilfe im Schadensfall

Das eigene Zuhause vor Elementarrisiken schützen

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Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind nur 50 Prozent der deutschen Privathäuser gegen Elementargefahren versichert. FOTO: VGH

Tipps von den Versicherungs-Profis

Rund ein Jahr ist vergangen, seit hunderte Menschen durch das Unwetter „Bernd“ und die dadurch ausgelöste Flutkatastrophe im Ahrtal ihr Zuhause oder gar ihr Leben verloren. Die Bilder gingen um die Welt und erschütterten viele. Waren Naturkatastrophen solchen Ausmaßes zuvor Ereignisse, die in anderen Teilen der Welt geschehen, wurden sie an diesem Tag auch in Deutschland zu einer sehr realen Gefahr, die jeden treffen kann. Wie man vor allem sein Eigenheim am besten schützt, erklären die VGH Versicherungen.

Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind nur 50 Prozent der deutschen Privathäuser gegen Elementargefahren versichert. Dabei wird auch Deutschland immer öfter Schauplatz von Wetterextremen. Schwere Stürme und Starkregen richten regelmäßig verheerende Schäden an. „Das wird im Laufe der kommenden Jahre und Jahrzehnte eher schlimmer als besser“, sagt Dirk Hillebrecht, Experte für private Sachversicherungen bei der VGH.

Naturkatastrophen können jeden gefährden

Umfassender Schutz gegen diverse Naturgefahren wird im Normalfall über eine Elementarschadenversicherung als Zusatzbaustein zur Wohngebäude- oder Hausratpolice geregelt. Hier ist wichtig zu wissen, welche Umstände gefährlich werden könnten. „Sich gegen Überschwemmungen und Rückstau zu versichern ist nicht nur sinnvoll, wenn man in der Nähe von Gewässern lebt“, weiß Hillebrecht. „Und auch die Absicherung gegen Erdrutsche oder Erdsenkungen kann je nach Wohnlage durchaus ratsam sein.“

Verluste durch Prävention vermeiden

„Wenn es um hohe Werte geht, ist eine Versicherung immens wichtig, sie sollte jedoch immer die letzte Bastion darstellen“, erklärt der Experte. Zwar schützt die Police vor dem finanziellen Ruin und hilft, die Kosten für den Wiederaufbau zu tragen. Doch dies ist schließlich nur ein Teil des Schadens, den Naturkatastrophen hinterlassen. „Mal abgesehen von der traumatischen Erfahrung, vorübergehend heimatlos und auf die Gunst von Freunden oder Staat angewiesen zu sein, sind es vor allem die persönlichen Belastungen und Verluste, die im Falle eines solchen Unglücks schwer wiegen“, so Dirk Hillebrecht.

Vor Hausbau oder Kauf die Grundstückslage checken

Ob mit einer Elementarschadenversicherung oder ohne, die Prävention sollte deshalb immer an erster Stelle stehen. Wer gerade plant, ein Eigenheim zu kaufen oder zu bauen, sollte unbedingt auf die Grundstückslage achten. Das Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen (ZÜRS) der deutschen Versicherungswirtschaft gibt Aufschluss darüber, wie gefährdet bestimmte Gebiete sind. Es lohnt sich, vor dem Hauskauf nachzuforschen, welche Orte besonders sicher oder auch besonders gefährdet sind.

Rückstauventile verhindern Schäden

Warnsysteme wie Katwarn helfen, sich selbst und Wertsachen rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. FOTO: FRAUNHOFER FOKUS / OLIVER LANG

Steht das Haus, gibt es noch weitere Optionen, sein Eigenheim zu schützen. „Rückstauventile sind eine davon“, sagt VGHFachmann Hillebrecht. Einmal eingebaut, verhindert die Rückstauklappe, dass Wasser aus der Kanalisation ins Innere des Hauses dringt. Gleichzeitig kann das Abwasser aus dem Haus immer noch abfließen, sodass die alltägliche Nutzung gewährleistet bleibt. Altmodischer, aber nicht weniger effektiv, sind Schwellen vor Türen. Durch sie muss das Wasser eine weitere Hürde nehmen, bevor es ins Haus eindringen kann. Beides kann in einem bestehenden Haus nachgerüstet werden.

Warnsysteme: Im Ernstfall zählt jede Minute

„Letzten Endes gibt es keinen absoluten Schutz gegen Naturkatastrophen“, warnt Dirk Hillebrecht. „Deswegen ist es wichtig, sich im Ernstfall rechtzeitig in Sicherheit bringen zu können.“ Dabei hilft auch das Bevölkerungswarnsystem KATWARN. Die Warn-App des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) wurde im Auftrag der VGH und anderer öffentlicher Versicherer entwickelt. Sie weist auf drohende Naturkatastrophen und andere Gefahrensituationen hin. Unwetterwarnungen mit Verhaltenstipps liefert auch die VGH Wetter-App. Neben Unwetterwarnungen für selbst gewählte Orte in ganz Europa gibt es zudem eine Wetterübersicht und Prognosen für die nächsten zehn Tage. vgh


Ist das Dach unwettersicher?

Hausbesitzer haben „Obliegenheitspflichten“

Die drei fatalsten Fehler, die Hausbesitzer begehen können sind: 1. Darauf zu vertrauen, dass das Dach schon den nächsten Sturm überstehen wird. 2. Darauf zu hoffen, dass die Versicherung schon zahlen wird, wenn das Dach den Sturm nicht übersteht. 3. Nach dem Sturm den nächstbesten Handwerker an der Haustüre mit der Dachreparatur beauftragen.

Statistiken der Meteorologen und der Versicherungswirtschaft belegen: Die Intensität der Unwetterereignisse hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Ob dies nun ein Klimawandel ist oder nicht: Bauherren, Hausbesitzer und Hausverwaltungen müssen heute andere Vorkehrungen zur Schadensabwehr treffen als noch vor 30 Jahren. Das Dachdeckerhandwerk hat auf die veränderten Bedingungen reagiert und eine Sturmsicherung in seinen Fachregeln verbindlich vorgeschrieben. Diese windsogsichernden Maßnahmen gelten für alle Dacheindeckungselemente. Dazu gehören zum Beispiel auch ins Dach integrierte Solarmodule.

Reagiert hat auch die Versicherungswirtschaft. Immer häufiger wird im Schadensfall überprüft, ob der Hauseigentümer oder die Hausverwaltung ihren „Obliegenheitspflichten“, wie sie meist mit den Allgemeinen Versicherungsbedingungen vereinbart wurden, nachgekommen ist. Zu diesen Pflichten kann es auch gehören, das Dach regelmäßig von Fachbetrieben überprüfen zu lassen. Entsprechende Dachwartungsverträge werden von den Dachdecker-Innungsbetrieben angeboten und können auch vor Regressansprüchen Dritter schützen, wenn etwa Dachteile benachbarte Gebäude beschädigen oder gar Passanten verletzen.

Den veränderten klimatischen Bedingungen und dem „Stand der Technik“, der durch die Windsogsicherung im Fachregelwerk festgeschrieben ist, trägt auch die Rechtsprechung Rechnung. Längst ist bei Gericht nicht mehr Windstärke 8 das Maß der Dinge. Nach dem aktuellen Stand der Rechtsprechung müssen Dächer unter Umständen auch Orkanstärken standhalten, so der Tenor aktueller Urteile.

Wer nach einem Unwetter den Auftrag zur Dachreparatur an die nächsten „Handwerker“ vergibt, die in bester Drückerkolonnen-Manier gezielt auf Opfersuche gehen, kann dabei möglicherweise eine teure Überraschung erleben. Denn bei der Schadensregulierung können Gebäudeversicherer die Begleichung offensichtlich überteuerter Rechnungen verweigern. Und gerade die „mobilen Handwerkerkolonnen“ sind für Preise nahe der Wuchergrenze bekannt.

Die regelmäßige Dachüberprüfung durch ortsansässige Fachbetriebe der Dachdecker-Innung ist die beste Präventionsmaßnahme. Die Auftragserteilung dieser Betriebe nach einem Schadensfall ist ein optimaler Schutz vor Reparatur-Pfusch und überzogenen Preisen.

Die Anschriften von Dachdecker-Fachbetrieben in der Region gibt es bei der nächsten Dachdecker-Innung und im Internet unter www.dachdecker-niedersachsen.de . life-PR/star