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Arbeitsqualität

DGB-Index „Gute Arbeit“ in Göttingen vorgestellt

Was ist gute Arbeit? Anke Thorein diskutiert mit Teilnehmern in der Göttinger Verdi-Geschäftsstelle.

Was ist gute Arbeit? Anke Thorein diskutiert mit Teilnehmern in der Göttinger Verdi-Geschäftsstelle.

Göttingen. Im aktuellen Index zeigt sich, dass die Bereiche Einkommen, Arbeitsintensität und betriebliche Sozialleistungen in der Bewertung am schlechtesten abschneiden. Bei 19 Prozent der Befragten liegt der Gesamtindex mit unter 50 von 100 Punkten im Bereich schlechter Arbeit. Für weitere 39 Prozent liegt die Arbeitsqualität insgesamt im unteren Mittelfeld (50 bis 64 Punkte). Zudem ist der Arbeitsalltag von zwei Drittel der Beschäftigten durch Interaktionsarbeit geprägt. Das heißt: Sie arbeiten beispielsweise mit Kunden, Patienten, Klienten, Schülern oder anderen Personengruppen. Auch zeigen die Ergebnisse des DGB-Index Gute Arbeit, dass die spezifischen Anforderungen bei der Gestaltung interaktiver Arbeit nur unzureichend berücksichtigt werden.

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Thorein stellte die Auswertungen der Befragung etwa 15 Teilnehmern vor und regte zur Diskussion an. Sie zeigte auch auf, wie der Index Gute Arbeit auf betrieblicher Ebene für Veränderungsprozesse eingesetzt werden kann. Aber was ist überhaupt gute Arbeit? Selbstbestimmtes Arbeiten, freie Einteilung der Arbeit, sind für einen teilnehmenden Physiker Bestandteile guter Arbeit. Weiter, so kam es aus der Runde, würden Lob und Motivation den eigenen Arbeitsplatz als angenehm charakterisieren. Thorein betonte: „Ein gutes Einkommen, keine dauerhafte Überlastung und Gestaltungsmöglichkeiten von Beschäftigten gehören zu den Kriterien Guter Arbeit.“

Gute Arbeit habe als Kern die Gestaltung, stellte die Verdi-Mitarbeiterin fest. Arbeit leiste einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und solle auch Kompetenzen fördern. „Eine menschengerechte Gestaltung der Arbeit ist eigentlich Pflicht und im Arbeitsschutzgesetz verankert“, so Thorein. „Diese verpflichtende Nummer möchten wir in den Betrieben umsetzen.“ Dafür sei der DGB-Index ein gutes arbeitspolitisches Instrument, so Thorein. Denn die Beschäftigten seien die Experten. Sie leisten die Arbeit und kennen die Bedingungen im Betrieb. Aus dem Index könne sich ein Handlungsportfolio entwickeln das zeigt, wo hingeschaut werden muss.

DGB-Index Gute Arbeit

Seit 2007 erhebt der DGB jedes Jahr Informationen zur Arbeitsqualität und fasst sie im „Index Gute Arbeit“ zusammen. Dabei werden 42 Einzelfragen gestellt, aufgeteilt sind sie in elf Kriterien. Gefragt wird unter anderem: „Haben Sie Einfluss auf die Arbeitsmenge, die Sie erledigen müssen?“, „Können Sie Ihre Arbeit selbstständig planen und einteilen?“, „Ermöglicht es Ihnen Ihre Arbeit, Ihr Wissen und Können weiterzuentwickeln?“, „Wird in Ihrem Betrieb Kollegialität gefördert?“, „Wie häufig arbeiten Sie an Wochenenden?“ oder auch „Wie häufig kommt es bei Ihrer Arbeit zu Konflikten oder Streitigkeiten mit der Kundschaft?“ Zielsetzung und Kernstück der Initiative „Gute Arbeit“ ist es, eine Gegenmacht zu „Hauptsache Arbeit“ herzustellen und eine Gestaltung von Arbeit durch Arbeitnehmer, eine Humanisierung zu bewirken. mah

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Es geht um Gesundheit und Wohlbefinden im Betrieb, und dieses Thema sei eigentlich die Aufgabe des Managements, fasste Anke Thorein zusammen. Allerdings habe sie auch erlebt, dass Arbeitgeber die Erhebung des Index positiv sehen.

Von Markus Hartwig

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