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Social Entrepreneurship Meetup

Göttinger Unternehmen zeigt, wie Inklusion im Betrieb gelingen kann

Referentin Beate Bender (my.worX, Mitte) mit den Organisatoren Tamara Schiek (SNIC / social-startups.de) und Sergei Bojew (SNIC / Startup Göttingen).

Referentin Beate Bender (my.worX, Mitte) mit den Organisatoren Tamara Schiek (SNIC / social-startups.de) und Sergei Bojew (SNIC / Startup Göttingen).

Göttingen.Wie können Mitarbeiter mit psychischen Erkrankungen nachhaltig in ein Unternehmen integriert werden? Darüber haben am Donnerstag rund 20 Teilnehmer beim vierten Social Entrepreneurship Meetup im Dots in Göttingen gesprochen. Eingeladen hatten der SüdniedersachsenInnovationsCampus (SNIC), social-startups.de und Startup Göttingen.

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„Von Integration sind wir in Deutschland noch weit entfernt“, erklärte Beate Bender von my.worx. Am Beispiel der Göttinger Müsli Company, einer Abteilung des gemeinnützigen Unternehmens my.worx, zeigte sie, wie die unternehmerische Integration von psychisch kranken Menschen nachhaltig funktionieren kann.

Psychische Erkrankungen nehmen zu

Psychische Krankheiten seien der zweithäufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit. Lag der Anteil 1978 noch bei zwei Prozent, erreichte er 2018 knapp 17 Prozent. Mit 43 Prozent führten psychische Störungen auch die Statistik krankheitsbedingter Frühberentungen an. My.worx nehme sich dieser Menschen an: „Wir stellen uns die Frage, was jemand benötigt, um arbeiten zu können“, sagte Bender. Da Mitarbeiter mit psychischen Erkrankungen oft nicht mehr als drei Stunden am Tag arbeiten könnten und im Schnitt 30 Prozent der Zeit ausfielen, seien die vielen kleinen Produktionsschritte in der Müsli-Manufaktur optimal geeignet für die berufliche Wiedereingliederung.

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Derzeit verfüge my.worx über 120 Rehabilitationsplätze für Menschen, die aufgrund einer psychischen Erkrankung nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelbar sind – 21 davon in der Göttinger Müsli Company. „Seit der Gründung haben wir die Plätze ständig ausgeweitet. Das zeigt, dass die Nachfrage nach einem geschützten Raum für Arbeit besteht und wächst“, sagte Bender.

Stigmatisierung und Ausgrenzung

Mit der Zusammenarbeit im Team und dem Verkauf auf Märkten würden Mitarbeiter der Göttinger Müsli Company nicht nur beruflich integriert, sondern auch gesellschaftlich. Denn noch immer würden sich Menschen mit psychischen Erkrankung aufgrund von Stigmatisierung und Ausgrenzung häufig abkapseln. Die Referentin machte auch deutlich, dass psychische Erkrankungen jeden treffen können: Die Rehabilitanten kämen aus allen Schichten und Bildungsständen, etwa 70 Prozent hätten eine abgeschlossene Ausbildung.

Um den Übergang aus Rehabilitationseinrichtungen in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, setzt my.worx auf Informationen und Beratung. Ein Jobcoach soll Unternehmen dabei unterstützten, mit Erkrankungen und Bedürfnissen von Mitarbeitern umzugehen und sie ihren Stärken entsprechend einzusetzen.

Von vsz

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