Mobilität

Göttinger Verkehrsbetriebe nehmen drei Hybridbusse in Betrieb

Erste Probefahrt beim 54. Mobilitätstalk: Die GöVB präsentieren ihre ersten drei Plug-In-Hybrid-Busse, die ab dem 16. April im Linienbetrieb zum Einsatz kommen werden.

Erste Probefahrt beim 54. Mobilitätstalk: Die GöVB präsentieren ihre ersten drei Plug-In-Hybrid-Busse, die ab dem 16. April im Linienbetrieb zum Einsatz kommen werden.

Göttingen. Die drei Hybridbusse werden ab Montag, 16. April, auf den Linien 41 und 42 eingesetzt. Diese Routen sind von der GöVB gewusst gewählt worden, da diese ihren Start und Endpunkt in der Nähe des Betriebsgeländes in der Gustav-Bielefeld-Straße haben. "Die Busse haben eine Elektroreichweite von etwa sieben Kilometern", berichtete der Geschäftsführer der Göttinger Verkehrsbetriebe Michael Neugebauer. Die Hybridbusse, die zusätzlich zum Elektromotor auch einen Dieselmotor besitzen, sollen künftig in der Innenstadt mit Elektrobetrieb fahren. Dies solle zu einer Lärmreduzierung führen und vor allem zu einer Verminderung der Emission von Treibhausgasen.

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Kosten von zwei Millionen Euro

Die Anschaffungskosten je Hybridbus belaufen sich auf etwa 435 000 Euro. „Wir haben für die Busse jeweils eine Förderung von 136 000 Euro vom Land erhalten“, sagte Neugebauer. Die Umstellung auf Hybridfahrzeuge sei für die Göttinger Verkehrsbetriebe mit Kosten von etwa zwei Millionen Euro verbunden. Denn für die Busse musste eine Ladestation angeschafft werden, und der Bau eines Arbeitshochstandes war erforderlich, da sich die Batterie bei den Bussen auf dem Dach befindet. „Außerdem sind Schulungen für unsere Werkstattmitarbeiter und die Fahrer erforderlich“, erklärte Neugebauer. Bei der Ladestation, die über einen Pantographen verfügt, der auf den Bus aufsetzt, um die Batterie zu laden, handele es sich um eine Station an der mit bis zu 300 Kilowatt geladen werden könne. Damit befinde die Station sich im Schnellladebereich. Bei den Bussen handelt es sich um Plug-In Hybridbusse, da sie über eine Ladestation und nicht per Stecker geladen werden. Die Fahrgastkapazität sei mit etwa 80 Personen genauso groß, wie in den bisherigen Dieselmodellen.

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Von dem Beschluss, Elektrobusse anzuschaffen, bis zu deren Nutzung im Linienbetrieb seien etwas mehr als 400 Tage vergangen. Vor der Beschlussfassung haben die Verkehrsbetriebe laut Neugebauer eine Studie in Auftrag gegeben, in der geprüft wurde, ob eine Einführung in Göttingen sinnvoll sei. Bis nächstes Jahr sollen in Göttingen noch drei weitere Hybridbusse in Betrieb genommen werden. „Danach wollen wir unsere Busse nach und nach auf reine Elektrobusse umstellen“, sagte Neugebauer. Jedes Dieselfahrzeug, das in den kommenden Jahren kaputtgehe, solle durch einen Elektrobus ersetzt werden. Ein Bus könne in der Regel etwa zwölf Jahre im täglichen Betrieb eingesetzt werden. Zur Flotte der GöVB gehören derzeit etwa 90 Fahrzeuge. Neugebauer rechnet damit, dass die Umstellung in den 2030er-Jahren erfolgt sei. „Ich bin stolz, dass wir von der Idee der Umstellung bis zur ersten Fahrzeug nicht lange gebraucht haben und diesen Weg konsequent angegangen sind“, erklärte der Geschäftsführer.

Reichweiten sollen verbessert werden

Die Teilnehmer der Probefahrten zeigten sich überrascht davon, dass im Inneren des Busses keine Fahrgeräusche zu hören waren. Und sie sich mit ihren Sitznachbarn unterhalten konnten, ohne lauter sprechen zu müssen. Frank Doods, Staatssekretär im niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, erklärte in seinem Grußwort zum Mobilitätstalk, dass damit Elektromotoren zukunftsfähig werden eine Verbesserung der Reichweiten erforderlich sei. Nach Angaben von Ulrich Meyer, Regionalvertreter des Busherstellers Solaris, sei es mittlerweile aber bereits möglich, Busse während der Fahrt über eine an der Haltestelle eingelassene Bodenplatte aufzuladen. „Die Fahrgäste bekommen dies nicht mit“, sagte Meyer.

Inbetriebnahme der neuen Busse:

Hybridbusse fur Gottingen

Hybridbusse fur Gottingen

Über die Vorteile der Umstellung der Busse auf Elektromotoren sprach Andreas Heuke von der Volvo Bus Corporation, die auch die Göttinger Busse hergestellt hat, denn ein Elektrobus würde bei der Vermeidung des Schadstoffausstoßes 100 Elektroautos ersetzen. Außerdem sei der empfundene Lärmunterschied zu mit Diesel betriebenen Bussen, um etwa 50 Prozent geringer. „Außerdem macht der Einsatz von Elektrobussen insbesondere im Stadtbereich Sinn, da die Lärmunterschiede bei langsamen Geschwindigkeiten besonders deutlich sind“, sagte Heuke. Deshalb sei es gut, dass die GöVB plane, ihre Flotte auf lange Sicht komplett auf Elektromotoren umzustellen.

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Von Vera Wölk

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