Kommentar zu Schlaganfallabteilungen

Schlechtere Qualität bei höheren Kosten

Jeweils 30 Neurologie-Betten sind geplant – in Lingen, Leer, und Cloppenburg. Die Kritik daran ist deutlich.

Jeweils 30 Neurologie-Betten sind geplant – in Lingen, Leer, und Cloppenburg. Die Kritik daran ist deutlich.

Hannover. Der Schlaganfall zählt in Deutschland zu den häufigsten Todesarten: Fast 60.000 Menschen sterben jährlich daran. Um ihre Überlebenschance zu erhöhen, müssen Patienten möglichst schnell in eine spezialisierte Klinik gebracht werden – dort ist die Chance am größten, dass Experten die Ursachen des Schlaganfalls erkennen und beheben. Vor diesem Hintergrund mutet es zunächst merkwürdig an, wenn sich in Niedersachsen der Krankenhausverband und die Krankenkassen einmütig gegen neue neurologische Abteilungen wehren.

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Sie haben jedoch nachvollziehbare Gründe dafür. In der Medizin steigt die Qualität der Behandlungen mit der Zahl der Fälle – je größer die auf bestimmte Erkrankungen spezialisierten Abteilungen in den Kliniken sind, desto umfassender ist das Therapieangebot und desto besser sind in der Regel auch die Heilungschancen. Eine Zersplitterung der Kompetenzen auf Ministandorte macht die Behandlung nur unnötig teuer, weil kleine Einheiten wegen der nötigen Mindestbesetzung mit Ärzten und Personal überproportional viel Geld kosten.

Dieser Logik ist bisher auch das niedersächsische Sozialministerium gefolgt – etwa bei der Zusammenlegung kleiner Kliniken zu größeren Häusern. Warum man diese klare Linie nun im Fall der Neurologie verlassen will, bleibt rätselhaft. Auch weil die Behörde dafür öffentlich eine Begründung verweigert.

Von Jens Heitmann

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