Rund 144.000 Reisende betroffen

Warnstreik bei Lufthansa: Mehr als 1000 Flüge gestrichen – Verdi schließt weitere Aktionen vorerst aus

Eine Passagierin wartet an einem Lufthansa Service-Schalter am Flughafen München. Wegen des Verdi-Warnstreiks hat die Lufthansa für Mittwoch nahezu ihren kompletten Flugplan abgesagt.

Eine Passagierin wartet an einem Lufthansa Service-Schalter am Flughafen München. Wegen des Verdi-Warnstreiks hat die Lufthansa für Mittwoch nahezu ihren kompletten Flugplan abgesagt.

Frankfurt/Main. Mit einem Warnstreik des Bodenpersonals hat die Gewerkschaft Verdi den Flugbetrieb der Lufthansa weitgehend lahmgelegt. Der Ausstand begann am Mittwochmorgen, wie Streikleiter Marvin Reschinsky der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

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Lufthansa hat vorsorglich mehr als 1000 Flüge an den Drehkreuzen Frankfurt und München gestrichen. Auch am Flughafen Berlin-Schönefeld fielen sämtliche Lufthansa-Flüge aus. Die Airline fürchtet Auswirkungen bis zum Freitag, dem letzten Schultag vor den Sommerferien in Bayern. 144.000 Passagiere mussten ihre Reisepläne ändern oder ganz absagen. Bereits am Dienstag waren mindestens 47 Verbindungen ausgefallen.

Verdi beginnt Warnstreik bei Lufthansa - Flugzeuge bleiben am Boden

Mit einem Warnstreik des Bodenpersonals hat die Gewerkschaft Verdi den Flugbetrieb der Lufthansa weitgehend lahmgelegt. Der Ausstand begann am Mittwochmorgen.

Lufthansa hat den betroffenen Passagieren davon abgeraten, zu den Flughäfen zu kommen, weil dort die meisten Schalter ohnehin nicht besetzt seien. Bereits bei vorangegangenen Arbeitskämpfen waren die Terminals am Streiktag selbst weitgehend leer geblieben.

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Frankfurter Flughafen weitgehend leer

Am Frankfurter Flughafen herrschte am Mittwochmorgen in vielen Bereichen gähnende Leere. Am größten deutschen Airport wurden für den Tag 725 von 1160 geplanten Flügen abgesagt, wie ein Sprecher des Betreibers Fraport erklärte. Damit sind auch Flüge anderer Gesellschaften betroffen, die üblicherweise vom Lufthansa-Bodenpersonal mitbetreut werden. Lufthansa selbst hatte für Mittwoch die Zahl von 646 streikbedingten Flugabsagen genannt.

Im vorwiegend von Lufthansa genutzten Terminal 1 sei es sehr ruhig, sagte der Sprecher. Die meisten Schalter sind geschlossen, nur wenige Passagiere waren angereist. Ein etwas lebhafteres Bild zeigte sich am Terminal 2, das Gesellschaften vorbehalten ist, die nicht zum Lufthansa-Bündnis Star Alliance gehören.

Alle Flüge am BER gestrichen

Passagiere der Lufthansa haben am Mittwoch auch am Hauptstadtflughafen BER ihre Flüge nicht antreten können. Die Fluggesellschaft hat sämtliche seiner rund 20 Flüge in Schönefeld gestrichen, wie der Flughafen auf seiner Internetseite mitteilt. Lufthansa fliegt von dort aus ausschließlich die innerdeutschen Drehkreuze Frankfurt und München an.

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Die Lufthansa-Tochter Eurowings blieb am BER von den Auswirkungen des Warnstreiks am Mittwoch eigenen Angaben zufolge unberührt. Der Flugbetrieb laufe normal. Laut Flughafen-Information wurden am frühen Mittwochmorgen zwei der knapp 20 Eurowings-Flüge am Mittwoch gestrichen. Offen blieb zunächst, ob die Ausfälle mit den Warnstreiks zusammenhingen.

Flughafen Düsseldorf meldet bisher nur vereinzelte Ausfälle

Am Flughafen Düsseldorf hat es Verspätungen und vereinzelte Ausfälle gegeben. „Wir haben volle Streikbeteiligung. Wir wissen von keinen Streikbrechern“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Im Laufe des Tages rechne er mit deutlicheren Auswirkungen.

27.07.2022, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Verdi-Gewerkschaftssekretär Andre Bill, r, empfängt Lufthansa-Mitarbeiter am Streikposten vor dem Terminal. Wegen des Verdi-Warnstreiks hat die Lufthansa für Mittwoch (27.07.2022) nahezu ihren kompletten Flugplan abgesagt.

27.07.2022, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Verdi-Gewerkschaftssekretär Andre Bill, r, empfängt Lufthansa-Mitarbeiter am Streikposten vor dem Terminal. Wegen des Verdi-Warnstreiks hat die Lufthansa für Mittwoch (27.07.2022) nahezu ihren kompletten Flugplan abgesagt.

Ein Flughafensprecher sagte, es gebe vereinzelte Ausfälle. So startete ein Lufthansa-Flug nach München am Morgen nicht. Auch die vier weiteren Flüge der Gesellschaft am Mittwoch wurden annulliert. Laut Plan fiel außerdem ein Flug nach Lissabon aus. Auch hier ist einem Verdi-Sprecher zufolge der Warnstreik die Ursache.

Bei den anderen Flügen am Morgen gab es demnach zwar Verspätungen, sie starteten aber. Die meisten Passagiere am Düsseldorfer Flughafen bekamen am Morgen von dem Warnstreik wenig mit. Zwar bildeten sich Schlangen an den Check-in-Schaltern. Das war aber auch in den vergangenen Tagen oft so gewesen. Der Flughafen hatte gravierende Beeinträchtigungen befürchtet.

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Hamburg kaum betroffen

Der Verdi-Warnstreik des Lufthansa-Bodenpersonals hat den Hamburger Flughafen am Mittwoch wie erwartet nur wenig getroffen. Dort fielen 18 von 21 geplanten Lufthansa-Abflügen nach München und Frankfurt aus, berichtete der Flughafen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. „Die Lage in den den Terminals ist ruhig, die Passagiere sind gut informiert und kommen gar nicht erst zum Flughafen.“ Wie aus der Online-Abflugübersicht des fünftgrößten deutschen Flughafens hervorgeht, sind im einzelnen 11 Flüge nach Frankfurt sowie 7 Flüge nach München ausgefallen. Demnach wurde die gleiche Anzahl an Flügen von den beiden Lufthansa-Drehkreuzen nach Hamburg gestrichen.

Streik soll bis Donnerstagmorgen anhalten

Bestreikt werden laut Verdi am Mittwoch seit 3.45 Uhr verschiedene Lufthansa-Gesellschaften an den Drehkreuzen Frankfurt und München sowie in Düsseldorf, Hamburg, Berlin, Bremen, Hannover, Stuttgart und Köln. Aufgerufen sind ganz unterschiedliche Beschäftigtengruppen wie das Schalterpersonal, Flugzeugtechniker und die Fahrer der riesigen Schlepper, die Flugzeuge am Flughafen auf die richtigen Positionen bringen. Der Ausstand soll bis Donnerstag, 6.00 Uhr, dauern. Verdi hat zu Kundgebungen an den Flughäfen Frankfurt, Hamburg und München aufgerufen.

An den dezentralen Flughäfen fallen voraussichtlich jeweils nur die Lufthansa-Flüge von und nach München und Frankfurt aus. Neben den 1023 abgesagten Flügen mit LH-Flugnummer können weitere Verbindungen von Konzerngesellschaften wie Swiss, Austrian und Air Dolomiti kommen, da sie an den Drehkreuzen von Lufthansa-Bodenpersonal abgefertigt werden. Die nicht bestreikte Direktflug-Tochter Eurowings geht hingegen von einem weitgehend normalen Flugbetrieb im gesamten Netz aus.

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FDP-Generalsekretär Djir-Sarai kritisiert Zeitpunkt des Streiks

FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai hat derweil den Zeitpunkt des Streiks als unglücklich kritisiert und ruft die Tarifpartner zu einer schnellen Einigung auf. „In Deutschland herrscht Tarifautonomie und Gewerkschaften haben das Recht zu streiken“, sagte Djir-Sarai dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Allerdings halte ich persönlich den Zeitpunkt des Streiks für unglücklich.“

Djir-Sarai forderte: „Wichtig ist jetzt, dass es rasch zu einer Einigung der Tarifpartner kommt, damit der Konflikt nicht noch länger auf dem Rücken der Reisenden ausgetragen wird.“ Er betonte: „Ich hoffe, dass alle Beteiligten sich ihrer Verantwortung in dieser besonderen Situation bewusst sind.“

Kritisierte den Zeitpunkt des Streiks: Bijan Djir-Sarai FDP, Generalsekretär.

Kritisierte den Zeitpunkt des Streiks: Bijan Djir-Sarai FDP, Generalsekretär.

Verdi: Kein weiterer Lufthansa-Warnstreik vor nächsten Gesprächen

Lufthansa-Kunden müssen nach dem Warnstreik des Bodenpersonals am Mittwoch zumindest bis zur nächsten Gesprächsrunde in der kommenden Woche keine weiteren Aktionen der Gewerkschaft Verdi fürchten. Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle sagte am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“ auf eine entsprechende Frage: „Das kann ich ausschließen.“ Verdi und die Lufthansa wollen wieder am 3. und 4. August über Gehälter und Arbeitsbedingungen der rund 20.000 Bodenbeschäftigten sprechen. Behle verteidigte zudem die Länge des Warnstreiks von mehr als 24 Stunden: Man versuche, alle Beschäftigten einzubeziehen.

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Lufthansa und Verdi haben erst in zwei Runden über die künftigen Gehälter und Arbeitsbedingungen der rund 20.000 Bodenbeschäftigten gesprochen. Ein dritter Termin ist für den 3./4. August in Frankfurt vereinbart. Ein erstes Angebot hatte Verdi als zu niedrig abgelehnt. Die Gewerkschaft verlangt 9,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 350 Euro.

RND/dpa/pet

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