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Auswertung von Check 24

Ostdeutsche durch Energiekosten stärker belastet als Westdeutsche

Freileitungsmasten stehen kurz vor Sonnenaufgang auf einem Feld. Verbrauchende in Ostdeutschland sind laut einem Check-24-Vergleich stärker von Energiekosten belastet als Westdeutsche.

Freileitungsmasten stehen kurz vor Sonnenaufgang auf einem Feld. Verbrauchende in Ostdeutschland sind laut einem Check-24-Vergleich stärker von Energiekosten belastet als Westdeutsche.

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Die hohen Energiekosten treffen Ostdeutsche im Schnitt härter als Westdeutsche. Das geht aus aktuellen Erhebungen des Vergleichsportals Check 24 hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) exklusiv vorliegen. Demnach müssen Verbraucherinnen und Verbraucher in den neuen Bundesländern einen größeren Teil ihres verfügbaren Einkommens für Energiekosten aufbringen als Strom- und Gaskundinnen und -kunden im Westen Deutschlands.

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„Das liegt einerseits daran, dass die Kaufkraft im Osten 11 Prozent niedriger ist als in den westdeutschen Bundesländern“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei Check 24. Andererseits seien die Energiekosten in Ostdeutschland aber auch absolut teurer – beispielsweise aufgrund höherer regionaler Netznutzungsentgelte.

Mecklenburg-Vorpommern ist Spitzenreiter

So muss ein Einpersonenhaushalt, der beispielhaft 1500 Kilowattstunden Strom und 5000 Kilowattstunden Gas verbraucht, im Osten durchschnittlich 6 Prozent seines verfügbaren Einkommens für Energie aufwenden – im Westen sind es hingegen nur durchschnittlich 5,2 Prozent. Am härtesten trifft es demnach den Nordosten: Strom- und Gaskundinnen und -kunden in Mecklenburg-Vorpommern müssen 6,3 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Energie abzwacken. In Sachsen-Anhalt werden 6,2 Prozent, in Thüringen 6,1 Prozent und in Sachsen 6 Prozent fällig.

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Am besten kommen hingegen die Bayern weg: 4,8 Prozent des verfügbaren Einkommens geben Strom- und Gaskundinnen und -kunden dort für Energie aus. Auf Platz zwei und drei liegen Hamburg (4,9 Prozent) und Hessen (5,1 Prozent). Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen nähern sich mit jeweils 5,5 Prozent dabei schon eher den ostdeutschen Werten an, wobei Bremen schon auf den gleichen Wert wie Brandenburg kommt: 5,7 Prozent.

Kaufkraft im Süden Deutschlands vergleichsweise hoch

Für die Berechnung stützt sich Check 24 auf Daten des Konsumforschungsinstituts GfK zur Kaufkraft. Im Süden Deutschlands, wo die Menschen durchschnittlich am meisten verdienen, ist die Kaufkraft höher als in den anderen Bundesländern. Mit den Check-24-Daten deckt sich auch, dass die Kaufkraft in Mecklenburg-Vorpommern am niedrigsten ist. Wenig verwunderlich also, dass bei weniger verfügbarem Einkommen auch die Belastung durch Energiekosten höher ist.

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Das Vergleichsportal führt den Ost-West-Unterschied aber auch auf die höheren Netznutzungsentgelte zurück. Dass die in den neuen Bundesländern höher ausfallen, hat mehrere Gründe. Der Osten Deutschlands ist vergleichsweise dünner besiedelt als der Westen, somit verteilen sich die Kosten für Stromnetze auf weniger Menschen.

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Laut dem Ifo-Institut kommt noch hinzu, dass die weniger ausgeprägte Industrie zu einer geringeren flächenbezogenen Nachfrage und damit spezifisch höheren Netzkosten führt, und dass nach der Wiedervereinigung verstärkt in Modernisierungen investiert wurde. Auch das Vergleichsportal Verivox hatte erst kürzlich eine Ost-West-Lücke bei den Strompreisen festgestellt.

Check 24 rät zum Vergleich

Ein Blick auf das vergangene Jahr zeigt aber auch: Im Vergleich zum Mai 2022 ging die Belastung aufgrund der Energiekosten schon wieder etwas zurück. Da wertete Check 24 bereits aus, wie viel die Deutschen von ihrem verfügbaren Einkommen für Energie ausgeben, im Osten waren es da noch 7,3 Prozent und im Westen 6,1 Prozent.

Laut dem Vergleichsportal könnten Verbraucherinnen und Verbraucher auch einiges an Kosten sparen, wenn sie Tarife vergleichen und aus der Grundversorgung wechseln. Denn die Großhandelspreise seien deutlich gesunken und alternative Anbieter zu Grundversorgung hätten günstige Angebote für Neukundinnen und Neukunden. Mehr als 80 Prozent der Tarife im Check-24-Gasvergleich liege bereits deutlich unterhalb der Preisbremsen, so Suttner.



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