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Blick in die Tiefen des Universums

James-Webb-Weltraumteleskop sendet erste hochauflösende Infrarotaufnahmen von Sternen

Beide Bilder zeigen Sterne in der Großen Magellanschen Wolke – links aufgenommen vom Weltraumteleskop Spitzer, rechts vom James-Webb-Teleskop.

Die US-Weltraum­behörde Nasa hat ein erstes Testbild des James-Webb-Weltraum­teleskops veröffentlicht. Darauf zu sehen: detailscharfe Sterne inmitten der Großen Magellanschen Wolke, einer Satellitengalaxie der Milchstraße. Die rötliche Färbung des Bildes ist bedingt durch das Infrarotlicht. Das Mittelinfrarot-Instrument Miri an Bord des Weltraum­teleskops nutzt die langwellige Infrarotstrahlung, um das All zu erkunden – darunter auch in Staubwolken verborgene Sterne.

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Um zu verdeutlichen, wie hoch die Auflösung des James-Webb-Mess­instruments ist, hat die Nasa ein Vergleichsbild hinzugefügt. Abgebildet sind dieselben Sterne, dieses Mal aber aufgenommen von dem inzwischen pensionierten Spitzer-Weltraumteleskop. Bei dieser Aufnahme sind lediglich sieben unscharfe rote Punkte zu erkennen. Das Spitzer-Weltraumteleskop war das erste Observatorium, das Bilder des nahen und mittleren Infrarotuniversums lieferte.

Teleskop ist perfekt ausgerichtet

Mit dem James-Webb-Weltraumteleskop sei es nun möglich, „den Infrarot­himmel mit noch größerer Klarheit zu sehen und noch mehr Entdeckungen zu machen“, schrieb die Nasa vor wenigen Tagen in einem Blogbeitrag. Eine Ariane-5-Rakete hatte das teuerste und leistungsstärkste Teleskop, das jemals gebaut wurde, Ende vergangenen Jahres vom Esa-Raumflughafen in Französisch Guayana ins All gebracht. Reiseziel war der zweite Lagrange-Punkt, circa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

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Einen Monat später hatte das Weltraumteleskop sein Ziel erreicht und damit begonnen, seinen 6,5 Meter großen Primärspiegel zu entfalten. Inzwischen sei die Ausrichtung des Teleskops abgeschlossen, zitierte der US-Nachrichten­sender CBS News den Webb-Projektwissenschaftler Michael McElwain vom Goddard Space Flight Center der Nasa. „Wir haben im Grunde eine perfekte Ausrichtung des Teleskops erreicht. Es gibt keine Anpassungen an der Optik des Teleskops, die unsere wissenschaftliche Leistung wesentlich verbessern würden.“

Bevor die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auf der Erde zur Geschichte des Universums forschen können, müssen sie noch die vier Messinstrumente des Weltraum­teleskops testen und kalibrieren. Voraussichtlich im Juli will die Nasa erste wissenschaftliche Bilder von entfernten Galaxien, Sternen und Exoplaneten präsentierten, wie Klaus Pontoppidan, Webb-Projekt­wissenschaftler am Space Telescope Science Institute in Baltimore, kürzlich in einer Pressekonferenz ankündigte.

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