Designobjekte: Vasen mit Nasen

Skulpturale Vasen sind in.

Skulpturale Vasen sind in.

Vor etwas mehr als zehn Jahren flackerte kurz der Trend zu hybriden Einrichtungsgegenständen auf, ehe er mitsamt seinen Errungenschaften wieder sang- und klanglos erlosch. Die damals entworfenen Möbel und Wohnaccessoires waren allesamt eine Art Verschmelzung aus zwei oder mehr teilweise komplett unterschiedlichen Gegenständen. Doch vermutlich waren Dinge wie der regnende Lampenschirm „Lamp Shower“ des Labels Nendo oder der „Hanger Chair“, ein Kleiderbügel-Klappstuhl-Mix des Designers Philippe Malouin, dann doch zu futuristisch.

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In abgemilderter und damit massentauglicherer Form könnten hy­bride Einrichtungsgegenstände allerdings bald wieder zum Trend werden. Denn schaut man sich in den Instagram-Feeds diverser Life­style-Influencerinnen um, präsentieren zahlreiche von ihnen – neben sich selbst natürlich – ein hybrides Dekoobjekt in zahlreichen Ausführungen: die skulpturale Vase, eine Art Figurine, die man auch für Blumen nutzen kann.

Vasen in Form eines Torsos

Manche Bloggerin stellt ein frisches Bouquet gern in einen Keramikrumpf oder -kopf mit statuenhaftem Gesicht. Influencerin und Autorin Ana Johnson schwört auf Vasen in Form eines Torsos. Holly Becker, mit rund 125.000 Instagram-Followern eine der bekanntesten Interiorinfluencerinnen, hat eine Vase als Lieblingsstück, die einem Mädchenkörper nachempfunden ist. Der hineingestellte Strauß bildet eine Art Blumenfrisur.

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Auffällig ist, dass die Gefäße selten vom männlichen Körper inspiriert sind. Neutrale Modelle gibt es unter anderem von dem US-amerikanischen Designer Jonathan Adler. Er kreiert beispielsweise Blumenbehältnisse in Kopf- oder Handform oder mit Kussmündern darauf. Eine seiner bekanntesten Porzellankollektionen, „Georgia“, besteht aus Gefäßen, die mit kleinen Brüsten verziert sind. Die Modelle sind der amerikanischen Künstlerin Georgia O’Keeffe (1887–1986) gewidmet. Ob diese ihre Anatomie in Adlers Kunstwerk wirklich wiedererkannt hätte, bleibt jedoch fraglich. Wer sich von derlei Äußerlichkeiten distanzieren und ausdrücken möchte, dass es stattdessen auf die inneren Werte ankommt, dürfte mit einem Klassiker des italienischen Labels Seletti gut beraten sein: einer Vase in Form eines menschlichen Herzens, inklusive aller Aderanschlüsse, die normalerweise zu Aorta, oberer Hohlvene oder Lungenarterie führen und bei Seletti einzelnen Blumen Platz bieten.

Skandinavische Schlichtheit

Für alle, die eher die skandinavische Schlichtheit schätzen, gibt es zudem geometrische Modelle wie die der schwedischen Marke DBKD. Diese bestehen aus mehreren umgedrehten Bögen und einem geraden Element mit Öffnung oben. Ebenfalls beliebt ist die U-Form mit gleich zwei Öffnungen, womöglich für Unentschlossene, die dann einen schönen Strauß in das rechte und einen anderen in das linke Loch stellen oder einfach ein Gewächs bogenförmig von einer in die andere Seite hineinwachsen lassen können.

Weniger experimentell geht es bei den Materialien und Farben zu. Denn hier scheint Zurückhaltung gefragt zu sein, wohl auch, weil die Form oft schon aufregend genug ist. Einfarbigkeit und freundliche Nuancen wie Weiß, Beige und Hellgrau kennzeichnen die skulpturalen Vasen. Umso einfacher ist es, das Dekoobjekt zu Hause auf dem Tisch oder der Kommode seiner eigentlichen Funktion zuzuführen und es mit Blumen in allen Farben und Formen zu bestücken.

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