Eher putzig als bedrohlich: Tyrannosaurus Rex wackelte beim Gehen rhythmisch mit dem Schwanz

Eine Rekonstruktion des Tyrannosaurus Rex. Der Saurier war ein Furcht einflößender Jäger, aber beim Gehen war der Dinosaurier wohl eher gemächlich unterwegs.

London. Dinosaurier wie der Tyrannosaurus Rex schleiften ihren langen Schwanz nicht einfach hinter sich her. Stattdessen wackelten diese elegant von links nach rechts, wenn die Riesenechsen vor Jahrmillionen über die Erde stapften. So lautet das Ergebnis eines interdisziplinären und internationalen Forschungsprojekts von Expertinnen und Experten aus den Bereichen der Paläontologie, der Biomechanik und der Ingenieurwissenschaften.

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„Im Wesentlichen zeigen unsere Ergebnisse, dass Dinosaurier wie der Tyrannosaurus und der Velociraptor mit ihren Schwänzen wackelten, wenn sie sich fortbewegten. Das half ihnen, ihr Gleichgewicht zu halten“, erklärt Peter Bishop, Biomechaniker und Leiter des am britischen Royal Veterinary College durchgeführten Forschungsprojekts. Bisher sei die Wissenschaft davon ausgegangen, dass der Schwanz den Dinosauriern als statisches Gegengewicht zum restlichen Körper diente.

Bewegungen am Computer simulieren

Für Forschende ist es schwierig zu verstehen, wie Dinosaurier ihre Schwänze genau gebrauchten, ohne je ein lebendiges Exemplar der Tiere gesehen zu haben. Deshalb arbeitete das Team mit Computersimulationen.

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„Als ich die Simulation das erste Mal sah, war ich ziemlich überrascht“, sagt Bishop. Die Forschenden führten eine Reihe weiterer Computer­simulationen durch. Sie erhöhten virtuell das Gewicht der Dinoschwänze, verringerten es oder ließen die Riesenechsen ganz ohne Schwanz über den Bildschirm tapsen. „So konnten wir schließlich beweisen, dass das Schwanzwedeln ein Mittel zur Kontrolle des Drehimpulses während des gesamten Gangs war.“

Wie das Schwingen der Arme von Menschen

Im Abstract ihres Berichts weisen die Forschenden darauf hin, dass dieser Mechanismus mit dem Schwingen der Arme des Menschen beim Gehen zu vergleichen sei. Beides, das Schwingen der Arme des Menschen und das seitliche Wackeln der Dinosaurier mit dem Schwanz, habe zum Ziel, die erforderliche Muskelkraft beim Laufen zu verringern. Was diese Erkenntnis stützt: Bei der Simulation des gehenden Dinosauriers ohne Schwanz habe dieser 18 Prozent mehr Muskelkraft gebraucht.

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„Die Simulationen zeigen, dass wir noch viel über Dinosaurier lernen müssen“, sagt John Hutchinson, Professor für evolutionäre Biomechanik und Mitautor der Studie. In früheren Studien hatten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bereits andere Einsatzgebiete der Schwänze untersucht.

Sie erforschten, inwieweit die Dinosaurier dieses Körperteil als Waffe benutzt haben könnten und wie sie es zum Schwimmen gebraucht hatten.

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