Filme stärken das Gemeinschaftsgefühl von Affen

Auch soziale Verbindungen unter Schimpansen werden durch geteilte Erfahrungen gestärkt.

Auch soziale Verbindungen unter Schimpansen werden durch geteilte Erfahrungen gestärkt.

Leipzig. Gemeinsames Videogucken verbindet – nicht nur Menschen. Auch Menschenaffen, die zusammen Videos gucken, verhalten sich danach sozialer zueinander. Das zeigt eine Studie mit Schimpansen aus dem Leipziger Zoo und in einem Schutzgebiet in Uganda, wie Forscher der Duke University in Durham (US-Staat North Carolina) im Fachblatt „Proceedings B“ berichten. Das Resultat überrascht, denn bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass sich das Gemeinschaftsgefühl von hochintelligenten Tieren durch passive Aktivitäten wie gemeinsames Filmegucken nicht ändert.

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Durch Video: Zooaffen kommen Forschern näher

Die Forscher Wouter Wolf und Michael Tomasello machten insgesamt zwei Experimente: Im ersten Versuch schauten 17 Schimpansen und sieben Bonobos aus dem Leipziger Zoo jeweils einzeln gemeinsam mit einem Wissenschaftler ein Video in einem Raum. Im Film war ein junger Schimpanse beim Spielen zu sehen. Danach zeigten alle Menschenaffen mehr Bereitschaft als vorher, mit dem Forscher zu kommunizieren – sei es über Blickkontakte oder Näherkommen. Die Forscher geben aber zu bedenken, dass die Zootiere an Menschen gewöhnt waren und möglicherweise anders reagierten als Artgenossen in Freiheit.

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Diese Frage sollte das zweite Experiment in einem Schutzgebiet in Uganda klären. Dort schauten insgesamt mehr als 20 Schimpansen jeweils paarweise dasselbe Video. Das Ergebnis war ähnlich: Auch sie suchten danach mehr Nähe zueinander als ohne diesen äußeren Reiz. Von Menschen ist bekannt, dass neben Tanzen oder Spielen schon kleinste gemeinsame Aktivitäten wie der Kinobesuch das Wirgefühl stärken können. Die Forscher vermuten, dass das zumindest bei Menschenaffen ähnlich sein könnte.

Mensch und Affe: Bisher unbekannte Gemeinsamkeit

Ob dieses Ergebnis bei Menschenaffen auch mit anderen Videos zu erzielen wäre oder ähnlich für andere gemeinsame Erlebnisse gilt, können die Forscher nicht sagen. Auch, ob der Effekt nur kurzzeitig währt oder lange Zeit andauert, blieb bei dem Experiment offen. Die Forscher betonen: „Trotzdem zeigen die aktuellen Resultate, dass soziale Verbindungen durch geteilte Erfahrungen auf einer grundlegenden Ebene nicht nur dem Menschen vorbehalten sind, sondern tief in unserer evolutionären Geschichte verwurzelt zu sein scheinen.“

Welches Werkzeug Schimpansen bei der Futtersuche einsetzen, lesen Sie hier.

Von RND/dpa

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