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Hausarrest: Darf man Kinder aufs Zimmer schicken?

Junge sitzt traurig am Fenster.

Wenn Kinder von ihren Eltern aufs Zimmer geschickt werden, fühlen sie sich oft unverstanden.

Berlin. Manchmal wissen sich Eltern nicht weiterzuhelfen und schicken ihr Kind zur Strafe in sein Zimmer. Doch ist das der richtige Weg, um Konflikte zu lösen? Erziehungsexpertin Danielle Graf stellt eine Gegenfrage: "Würden Sie Ihren Partner ins Schlafzimmer sperren, damit er sich wieder beruhigt, wenn Sie sich gerade streiten?" Die meisten Erwachsenen würden das wohl empört verneinen.

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Aber warum scheint es manchen Eltern eine geeignete Methode zu sein, Kinder dazu zu bringen, das zu tun, was Erziehungsberechtigte erwarten? "Es ist absurd, dass wir unseren Kindern Dinge zumuten, die uns bei Erwachsenen niemals in den Sinn kämen", findet Graf. Kinder einzusperren, ist für die Buchautorin Ausdruck großer Hilflosigkeit. Scheinbar der einzige Ausweg, wenn Eltern keinen anderen Weg finden, Konflikte zu lösen.

Kindern auf Augenhöhe begegnen

"Dabei ist es möglich, Kinder ganz ohne Strafen, Drohungen oder sonstige Manipulationen zu erziehen", ist die Bloggerin überzeugt. Dafür sei es aber notwendig, wertschätzend mit ihnen umzugehen, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen und sie von Anfang an bei der Suche nach Kompromissen und Lösungen zu beteiligen. "Das ist zunächst etwas anstrengender, führt aber dazu, dass wir gar nicht erst zu derart entwürdigenden Maßnahmen greifen müssen", erklärt Graf.

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Ein Kind einfach in sein Zimmer zu schicken, löse keine Probleme. "Es demonstriert nur, dass Eltern viel mächtiger sind", so Graf. Solch eine Strafe führe eher dazu, dass sich Kinder ungeliebt und zurückgewiesen fühlen, als dass sie hinter der geschlossenen Tür darüber nachdenken, was sie falsch gemacht haben. Statt Reue zu entwickeln, herrsche das Gefühl vor, herabgewürdigt zu werden und unverstanden zu sein.

Erziehungsmaßnahme löst Stress aus

Die Folge: "Das Kind wird sich eher zurückziehen oder auf Rache sinnen, als wirkliches Bedauern zu empfinden", prophezeit die zweifache Mutter. Je kleiner das Kind, desto problematischer sei der plötzliche gewaltvolle Beziehungsabbruch. Das kindliche Urvertrauen und die Beziehung zu den Eltern könnten Schaden nehmen.

Denn die Trennung könne starke Verlustängste und Stress auslösen. Das Gehirn setze dann ein spezielles Notfallprogramm ein - das Abschalten. Graf: "Dabei werden Kinder dann plötzlich vollkommen ruhig, weil Panik und Angst zum Schutz einfach abgeschaltet werden. Innerlich bleibt die große Erregung jedoch erhalten."

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Wird diese Erziehungsmaßnahme immer wieder angewendet, kann das zu Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit oder Schlafstörungen führen, warnt die Erziehungsexpertin.

RND/dpa

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