Schwedische Küche - aber bitte mit Sahne!

An die Rehfielts kommt reichlich Butter und an die Pfifferling-Pfanne ein halber Liter Sahne.

An die Rehfielts kommt reichlich Butter und an die Pfifferling-Pfanne ein halber Liter Sahne.

Kalmar/Öland. Mit einem Körbchen zieht Pontus Sjöholm Richtung Wald. Am Wegesrand pflückt er Klee und Schafgarbe und knipst Haselnüsse vom Baum. In den moosbedeckten Hügeln des Waldes sammelt er dreierlei Arten von Pfifferlingen und hat im Nu das halbe Körbchen voll. Das sind alles Zutaten für ein feines Menü, das der Chefkoch gleich über zwei Feuerschalen im Wald des Landguts Asa Herrgård zubereiten will.

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Natürliche Küche im Freien

Mit all dem kochen, was die Natur hergibt - das machen Schweden am liebsten. Wenn möglich ohne viel Aufwand gleich im Freien. Direkt auf die Glut der Holzscheite in den Feuerschalen stellt Sjöholm einen Gusseisentopf. Darin räuchert er Barsch. In dem Topf hat der Koch Wacholderzweige übereinander geschichtet und diese mit Butterbrotpapier bedeckt. Nun sticht er mit einem Messer ein paar Löcher hinein.

Mitten im Wald des Landguts Asa Herrgård bereitet Chefkoch Pontus Sjöholm auf zwei Feuerschalen für Gäste ein 3-Gänge-Menü zu.

Mitten im Wald des Landguts Asa Herrgård bereitet Chefkoch Pontus Sjöholm auf zwei Feuerschalen für Gäste ein 3-Gänge-Menü zu.

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Darauf werden die Barschfilets drapiert. Sie wurden reichlich gesalzen. "Doch das Salz bleibt nur für zehn Minuten drauf und wird dann wieder abgewischt", verrät der Koch. Während der Barsch für 15 Minuten vor sich hin räuchert, muss der Deckel auf den Topf. Vor dem Servieren bestreut Sjöholm den Fisch noch mit den gesammelten Kräutern und reicht in viel Butter gebratene Croûtons dazu.

Der topf-geräucherte Barsch wird in einer Schüssel mit Kräutern und Butter-gerösteten Croutons als Vorspeise angerichtet.

Der topf-geräucherte Barsch wird in einer Schüssel mit Kräutern und Butter-gerösteten Croutons als Vorspeise angerichtet.

Traumpaar: Butter und Sahne

Butter darf bei schwedischen Gerichten überhaupt selten fehlen. Gleich 100 Gramm kommen an vier Rehfilets, zu denen Sjöholm nun die Pilze zubereitet. "Wichtig ist, dass die Pfanne für die geputzten Pfifferlinge richtig heiß ist. Sie brauchen kein Öl, denn zunächst kommt das ganze Wasser raus", erklärt der Schwede. Erst wenn das Wasser verkocht ist, kommen Salz, Pfeffer, Butter ran - und ein halber Liter Sahne.

Erst wenn das Wasser aus den Pilzen verkocht ist, kommt die Sahne dran.

Erst wenn das Wasser aus den Pilzen verkocht ist, kommt die Sahne dran.

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Kroppkakor: Deftige Kartoffelklöße

Butter und Sahne sind neben Preiselbeeren auch das Topping für schwedische "Kroppkakor". Das ist ein Gericht, das ursprünglich von der kleinen Insel Öland stammt. Dabei handelt es sich um Kartoffelklöße mit einer würzigen Speck-Zwiebel-Füllung. "Sie werden aus einem halben Kilo gekochten mehligen Kartoffeln und einem Kilo geriebenen rohen Kartoffeln gemacht", sagt Stefan Johnson, Tourismusmanager von Kalmar und deutscher Honorarkonsul.

Kroppkakor: Sie sind auch die Lieblingsspeise des schwedischen Königs Carl Gustaf.

Kroppkakor: Sie sind auch die Lieblingsspeise des schwedischen Königs Carl Gustaf.

Jeder habe zwar sein eigenes Familienrezept. Aber das Grundrezept gehe in der Regel so: Aus dem Abtropfwasser der geriebenen Kartoffeln wird die Stärke genutzt und wie bei Reibekuchen mit den rohen und den gestampften gekochten Kartoffeln zusammen mit 250 Gramm Mehl, Pfeffer und Salz (2 Teelöffel) vermischt. Der Teig wird zu etwa 20 Klößen geformt. In die Mitte wird je ein Loch gedrückt, in das eine Masse aus Speckwürfeln (250 Gramm), gehackten Zwiebeln, einigen zerstoßenen Pimentkörnern und etwas Salz und Pfeffer kommt.

Köttbullar: Mit Sahne zum Erfolg

Wenn es um schwedisches Essen geht, muss natürlich auch Köttbullar auftauchen. Die Fleischbällchen sind keine Erfindung von IKEA, sondern das Nationalgericht Schwedens. Und weil das heilig ist, will Carl Undéhn vom Touristik-Verband Visit Sweden mit einem großen Missverständnis aufräumen. "In Deutschland spricht jeder das K wie ein K aus. Das macht kein Schwede. Wir sagen "Schöttbullar"", erklärt er. Undéhn behauptet, dass er die besten Köttbullar mache. Sein Geheimnis: "Viel Sahne!"

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75 Milliliter davon und weitere 75 Milliliter Milch kippt er in eine Schale mit fünf Esslöffeln Semmelbrösel und lässt sie für 10 bis 15 Minuten ziehen. Derweil werden 500 bis 600 Gramm gemischtes Hackfleisch und eine feingehackte Zwiebel mit einem Ei, einem Teelöffel Salz, einer großen Prise weißem Pfeffer, einer Prise schwarzem Pfeffer und einem halben Teelöffel Zucker vermengt.

Einfach und lecker: Köttbullar in Soße mit Pommes.

Einfach und lecker: Köttbullar in Soße mit Pommes.

Anschließend werde alles mit der weißen Sahne-Milch-Bröselmasse vermischt und zu zwei bis drei Zentimeter großen Bällchen geformt. "Dazwischen immer wieder die Hände nass machen, damit nichts anklebt", rät Undéhn. Danach ein ordentliches Stück Butter in der Pfanne goldbraun werden lassen und die Köttbullar darin braten. "Smaklig måltid!", also guten Appetit, wünscht Carl Undéhn.

dale/RND/dpa

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